Tierarztwissen: Staupe breitet sich aus: Ist Ihr Hund geschützt?
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Staupe breitet sich aus: Ist Ihr Hund geschützt?

Berliner Amtstierärzte schlagen Alarm: Die Zahl der Staupefälle bei Wildtieren hat sich dort in der letzten Zeit verdreifacht. Es besteht akute Ansteckungsgefahr für alle Hunde, doch Schätzungen zufolge ist nur jeder zweite Hund in Deutschland ausreichend gegen Staupe geschützt!

Erstellt am: 22. Februar 2013 - Aktualisiert am: 3. Februar 2022 von Dr. Hölter Tierärzteteam
Fuchs auf einem Parkplatz in der Stadt

Was ist Staupe?

Staupe (Canine Distemper) ist eine für Hunde hochgefährliche Viruserkrankung, die deutschlandweit immer wieder regelrechte Seuchenzüge unter Wildtieren verursacht, z.B. unter Füchsen, Mardern, Waschbären und Robben. Das Staupevirus kann sich durch Tröpfcheninfektion schnell verbreiten, alle Ausscheidungen erkrankter Tiere sind infektiös.

Zu den Symptomen einer akuten Staupeerkrankung gehören zum Beispiel hohes Fieber, Durchfall, Schnupfen und Husten. Befällt das Staupevirus das Nervensystem, zeigen die Hunde zum Beispiel einen schwankenden Gang (Ataxie), Lähmungen, Kopfschiefhaltung, Zittern und Krämpfe, Schläfrigkeit sowie Blindheit.

Die Prognose ist für Junghunde und bei Befall des Nervensystems ungünstig. Auch die bei chronischer Staupe auftretende "Hard Pad Disease" mit starker Verhornung von Nasenschwamm und Pfotenballen ist ein schlechtes Zeichen.

Insgesamt stirbt etwa die Hälfte der infizierten Hunde an der Staupe.

Die überlebenden Hunde bleiben häufig lebenslang von der Erkrankung gezeichnet (z.B. durch ein "Staupegebiss" nach Infektionen im Welpenalter) und können als Spätfolge auch nach Jahren noch eine Hirnentzündung durch im Gehirn überlebende Staupeviren entwickeln (Old Dog Encephalitis).

Der Erreger der Staupe ist zwar mit dem Masernvirus verwandt, doch besteht für Menschen keine Ansteckungsgefahr.

Wie kann ich meinen Hund vor Staupe schützen?

Lassen Sie Ihren Hund gegen Staupe impfen! Die Staupeimpfung gehört eigentlich zu den Standardimpfungen für Hunde und schützt sehr gut, wenn sie regelmäßig aufgefrischt wird. Sie ist der einzige Schutz, denn behandeln kann man nur gegen die Symptome, nicht gegen das Virus selbst.

Welpen sollten bereits im Alter von acht Wochen das erste Mal gegen Hundestaupe geimpft werden. Für eine ausreichende Grundimmunisierung muss die Impfung vier und acht Wochen später sowie nach einem Jahr aufgefrischt werden. Danach (ab dem zweiten Lebensjahr) sind laut Empfehlungen der "Ständigen Impfkommission Vet" (StIKo Vet) Auffrischungen der Staupeimpfung im Abstand von drei Jahren ausreichend.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Hund ausreichend gegen Staupe geschützt ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt.

Es ist ohne Weiteres möglich, die Grundimmunisierung nachzuholen.

Vermeiden Sie außerdem möglichst Kontakt Ihres Hundes zu lebenden oder auch toten Wildtieren. Das kann schwieriger sein, als es sich anhört, da Wildtiere in den Wintermonaten sogar innerhalb von Städten auf Nahrungssuche gehen und mit Staupe infizierte Wildtiere ihre Scheu verlieren können.

Sie wollen mehr über die aktuelle Staupesituation wissen?

Presseinformationen zur Ausbreitung der Staupe finden Sie z.B. hier:

Sie wollen mehr über Impfungen bei Hunden, Katzen, Heimtieren und Pferden wissen?

Wir haben für Sie die aktuellen wissenschaftlichen Impfempfehlungen sowie interessante Seiten (z.B. zur Tollwutverbreitung in Europa) zusammengestellt:

Tierarztrubrik Tierpflege: Welche Impfungen brauchen Hund, Katze, Heimtier und Pferd?

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