Tierarztwissen
Tiervergiftung

Ibuprofen wird von Hunden und Katzen viel schneller und besser ins Blut aufgenommen als von Menschen, aber gleichzeitig langsamer abgebaut. Dadurch kann es bereits bei Aufnahme geringer Mengen zu Erbrechen, Geschwüren und Blutungen im Magen-Darm-Trakt kommen. In größeren Mengen schädigt Ibuprofen die Nieren und in sehr großen Mengen das Nervensystem. 

Erste Anzeichen einer Reizung im Magen-Darm-Trakt können bei Hunden bereits bei 5 mg/kg Körpergewicht auftreten. Katzen reagieren noch deutlich empfindlicher. Hunde, die aufgrund von Vergiftungserscheinungen in die Tierarztpraxis gebracht werden, haben meist 50 mg/kg Ibuprofen oder mehr aufgenommen, Katzen meist 25 mg/kg oder mehr – was nicht bedeutet, dass geringere Mengen unbedenklich wären. Eine gängige 400 mg Tablette Ibuprofen kann kleine Tiere also unter Umständen schon zum Patienten machen.

Erste Anzeichen einer Ibuprofen-Vergiftung, etwa 2 bis 6 Stunden nach der Aufnahme, können Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, vermehrter Speichelfluss oder Erbrechen sein, später auch schwarzer Stuhl durch Blutungen im Darm. Ernste Komplikationen wie ein Nierenversagen (vermehrtes Trinken und Urinieren) oder Krämpfe können auch erst Tage später auftreten.

Wirkt Ihr tier nach einer möglichen Aufnahme von Ibuprofen verändert, rufen Sie umgehend Ihre Tierarztpraxis oder die nächste Tierklinik an – auch bei bloßem Verdacht.