Ab sofort geben wir die MwSt. Senkung selbstverständlich an Sie weiter!
  •  Kostenloser Versand ab 30€ Bestellwert in Deutschland
  •  14 Tage Widerrufsrecht
  •  Hotline 04141-3103
Hundezucht

Trächtige und säugende Hündinnen optimal ernähren

Hundezucht

Wird die Hündin während Trächtigkeit und Säugezeit optimal versorgt, bekommen die Hundewelpen die besten Startbedingungen. Mit diesem Wissen im Kopf möchten viele Hundebesitzer ihrer trächtigen Hündin möglichst viel Gutes zukommen lassen —— was manchmal mehr Probleme macht als es nützt. Worauf es bei der Fütterung tragender Hündinnnen ankommt und welche Fehler Sie machen können, lesen Sie hier.

Optimale Startbedingungen: Ernährung der Hündin vor dem Belegen

Sofern die Trächtigkeit geplant ist, sollten Sie schon vor dem Belegen für eine optimale "Zuchtkondition" sorgen. Am Wichtigsten ist, dass die Hündin Idealgewicht hat.

Übergewicht wirkt sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus, sodass die Hündin entweder gar nicht aufnimmt oder evtl. nur wenige Welpen zur Welt bringt. Auch Wehenschwäche und Milchmangel kommen bei übergewichtigen Hündinnen häufiger vor. Die Trächtigkeit selbst ist allerdings nicht der richtige Zeitpunkt zum Abnehmen! 

Untergewicht sollte die Hündin natürlich auch nicht haben. Deshalb sollten Sie eine magere Hündin schon so früh vor dem Decktermin auf ein energiereiches Futter (z.B. für aktive Hunde) umstellen, dass sie zum Zeitpunkt der Belegung möglichst Idealgewicht hat. 

Ansonsten sollten Zuchthündinnen ein hochwertiges, sprich ausgewogenes und leicht verdauliches Hundefutter erhalten, damit sie optimal versorgt in die Trächtigkeit starten (z.B. von Royal Canin Vet Care Nutrition). Wenn Ihre Hündin mit der bisherigen Fütterung Idealgewicht und gute Bemuskelung zeigt, ein dichtes, glänzendes Fell hat und kleine, gute geformte Kothäufchen produziert, haben Sie schon viele Hinweise, dass die Fütterung passt. Bei Fragen können Sie uns jedoch gern mailen oder anrufen.

Machen Sie hier den Gewichts-Check: Ist mein Hund zu dick

Konkret: Wie muss ich die Fütterung der Hündin während der Trächtigkeit anpassen?

Sofern Ihre Hündin Idealgewicht hat und bisher ein hochwertiges Futter für ausgewachsene Hunde bekommt, können Sie sich an folgendes Schema halten:

  • In den ersten 4 Trächtigkeitswochen sollten Sie einfach die bisherige Fütterung beibehalten und weder Futterart noch Futtermenge verändern.
  • Die Ausnahme: Gehört Ihre Hündin zu einer kleinen Rasse und Sie wissen, dass sie in der Regel große Würfe bekommt (oder Sie kennen die aktuelle Welpenzahl bereits), müssen Sie evtl. schon ab der 3. Trächtigkeitswoche die Energiezufuhr erhöhen (siehe unten).
  • Ab der 5. Woche sollten Sie auf ein energie- und eiweißreiches Futter umstellen, am besten auf ein Welpenfutter, das der Hundegröße angepasst ist (z.B. Royal Canin Starter Futter, das auch als Small Dog und Large Dog Variante erhältlich ist).

 

  • Auf einigen Welpenfutter-Verpackungen sind Futtermengen für trächtige Hündinnen angegeben. Ansonsten gilt folgende Faustregel: bei kleinen Hündinnen und zu erwartendem kleinen Wurf steigern Sie die Energiezufuhr um 30% gegenüber dem Erhaltungsbedarf, bei großen Rassen um 50%
  • Teilen Sie die Futtermenge auf zwei bis drei Mahlzeiten auf.
  • In der letzten Trächtigkeitswoche frisst die Hündin deutlich weniger und wenn es auf die Geburt zugeht häufig gar nicht mehr. Auch am Tag nach der Geburt frisst sie oft nichts. Das ist normal und noch kein Anlass zur Sorge.
  • Sollte die Hündin in der letzten Trächtigkeitsphase an Verstopfung leiden, können Sie dies durch das Beimischen von Ballaststoffen häufig beheben (z.B. Almapharm astoral Petlax).
  • So lange die Hündin säugt, sollte sie weiter mehrmals täglich ein sehr energiereiches Welpenfutter bekommen. Als Faustregel gilt hier: Jeder Welpe erhöht den Energiebedarf der Hündin um 1/4 gegenüber dem Erhaltungsbedarf.
  • Bei Würfen mit weniger als vier zu säugenden Welpen sollten Sie das Futter restriktiv zuteilen. Bei größeren Würfen und großen Hündinnen können Sie auch "ad libitum" füttern, das heißt die Hündin darf so viel fressen wie sie möchte. Sie braucht etwa das 3-fache ihres Erhaltungsbedarfs (bei mehr als 6 Welpen gar das 4-fache). Allerdings sollten Sie bei Ad-libitum-Fütterung das Gewicht gut überwachen!
  • Achten Sie darauf, dass die Hündin in Ruhe Fressen kann. Das geht oft am besten, wenn Sie sie kurz von den Welpen trennen.
  • Vergessen Sie nicht, immer für einen gut gefüllten Wassernapf zu sorgen. Trinkt die Hündin nicht ausreichend, stockt die Milchproduktion.
  • Sobald die Welpen beginnen, Beifutter zu fressen, wird die Futtermenge der Hündin wieder reduziert werden, um die Milchmenge zu reduzieren.
  • Am Tag vor dem endgültigen Absetzen (etwa nach 6 - 8 Wochen) sollte die Hündin fasten, damit sie die Milchproduktion einstellt. Am Tag des Absetzens bekommt die Hündin nur 1/4 ihres Erhaltungsbedarfs und in den folgenden Tagen steigern Sie die Futtermenge langsam wieder bis auf den Erhaltungsbedarf.

   

Konkret: Welche Kriterien muss ein Futter für trächtige bzw. säugende Hündinnen erfüllen?

Ein gutes Hundefutter für die zweite Hälfte der Trächtigkeit muss:

  • gut schmecken
  • sehr energie- und eiweißreich sein
  • vitaminreich sein
  • hochverdaulich sein (siehe Verdaulichkeit)

In Zahlen heißt das:

  • Der Eiweißgehalt muss über 25% Rohprotein in der Trockensubstanz liegen.
  • Mindestens die Hälfte des Eiweißgehalts sollte aus tierischen Quellen stammen, um eine optimale Versorgung mit essenziellen Aminosäuren zu sichern.
  • Etwa 20% der Energie sollten aus Kohlenhydraten stammen.
  • Der Fettgehalt sollte über 10% liegen
  • Der Energiegehalt sollte bei 1,7 MegaJoule je 100 g Trockensubstanz liegen (bzw. 410 kcal/100g TS), bei großen Rassen noch höher.

Die Vitamin- und Mineralstoffgehalte eines hochwertigen Alleinfutters für Welpen reichen aus, um auch den Bedarf der trächtigen oder säugenden Hündin zu decken. Deshalb sollten Sie einem solchen Futter keine weiteren Vitamin-Mineralstoff-Ergänzungen zugeben!

Trocken- oder Feuchtfutter?

Feuchtfutter hat den Vorteil, dass es in der Regel einen höheren Eiweißgehalt aufweist als Trockenfutter. Allerdings müssen große Hündinnen mit großen Welpen auch große Mengen Feuchtfutter aufnehmen, um ihren Energiebedarf zu decken. Das bedeutet nicht nur, dass Sie viele Hundefutterdosen öffnen müssen, sondern auch, dass die Hündin mit Feuchtfutter allein gegen Ende der Trächtigkeit eventuell nicht ausreichend versorgt ist.

Trockenfutter ist deutlich "konzentrierter", sodass bereits vergleichsweise kleine Futtermengen den Bedarf der Hündin decken. Sofern das Trockenfutter die oben genannten Kriterien erfüllt, können Sie es ausschließlich füttern oder mit Feuchtfutter kombinieren.

Konkret: Welche Fehler werden bei der Fütterung trächtiger und säugender Hündinnen häufig gemacht?

Tatsächlich entstehen Probleme häufig dadurch, dass des Guten zu viel getan wird. Viele Hündinnen werden überfüttert, legen in der Trächtigkeit zu viel Gewicht zu (siehe unten) und kämpfen dann mit Geburtskomplikationen und Milchmangel. 

Da die meisten Hundebesitzer wissen, dass der Vitamin- und Mineralstoffbedarf (v.a. an Kalzium) während Trächtigkeit und Laktation sehr stark steigt, setzen sie einem an sich ausgewogenen Alleinfutter für Welpen noch Vitamin-Mineralstoff-Ergänzungen zu. Das bringt jedoch das Gleichgewicht der Zusammensetzung durcheinander und kann schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise führt ein Überangebot an Vitamin A zu Missbildungen, ein Kalzium-Überangebot kann einen Zinkmangel verursachen.

Viele Hundebesitzer ergänzen ein Alleinfutter auch mit Fleisch, Fisch oder Leber. Der Gedanke ist an sich nicht schlecht, da sie hochwertiges Eiweiß liefern und besonders die Leber zudem wichtige Vitamine enthält. Allerdings ist eine solche Ergänzung nur in relativ geringen Mengen sinnvoll (abhängig vom verwendeten Alleinfutter). So senkt z.B. reines Fleisch den Gesamt-Kalziumgehalt der Futterration, sodass die Hündin in der Säugezeit einen lebensbedrohlichen Kalziummangel entwickeln kann (Milchfieber, Eklampsie). Bei Leber besteht wiederum die Gefahr eine Vitamin-A-Überdosierung, bei Lachs z.B. die Gefahr einer Vitamin-D-Überversorgung mit Entwicklungsstörungen der Welpen. Deshalb sollten Sie solche Ergänzungen vorab mit Ihrem Tierarzt besprechen. 

Versorgungsmängel entstehen dann, wenn Sie Ihre Hündin ab der 5. Trächtigkeitswoche nicht auf ein Futter umstellen, das den oben genannten Kriterien entspricht. Dann erhält sie meist vor allem zu wenig Energie, Eiweiß, Kalzium und Vitamine. Außerdem entstehen Versorgungsmängel durch "Verdünnung" von Vitaminen und Mineralstoffen, wenn Sie einem an sich passenden Alleinfutter zu viel Fleisch oder Ähnliches zugeben.

Kann ich das Futter für meine trächtige Hündin auch selbst zubereiten?

Ja, das können Sie natürlich. Allerdings sollten Sie Hündin und Welpen zuliebe die Zusammensetzung der Ration von einem Tierarzt berechnen lassen, damit es nicht zu Über- oder Unterversorgung kommt. Ihr Tierarzt oder ein Fachtierarzt für Ernährung kann Ihnen verschiedene Rezepte zusammenstellen, nach denen Sie kochen können. Auch trächtige Hündinnen kann man BARFen, doch sollten Sie dabei Hygienestandards einhalten, wie Sie sie auch bei der Sushi-Zubereitung für sich selbst walten lassen würden. Außerdem sollten Sie sich auch dabei an ein Rezept von einem tierärztlichen Ernährungsexperten halten. 

Bei Fragen können Sie sich auch gern an Dr. Hölters Team wenden.

Hintergrundwissen: Wie läuft die Trächtigkeit bei der Hündin ab? Und wie wirkt sie sich auf den Nährstoffbedarf aus?

Innerhalb von nur 63 Tagen entwickeln sich Hundewelpen von einer befruchteten Eizelle zu geburtsreifen kleinen Vierbeinern mit allem Drum und Dran. Eine enorme Leistung auch für die Hündin, zumal manche Hündinnen es schaffen, 10 kleine Fellbündel auf einmal zu versorgen. 

Erst nach drei Trächtigkeitswochen nisten sich die Embryonen allerdings in der Gebärmutter ein und werden dann über die Blutgefäße der Mutter mit versorgt. Erst dann beginnen sie sehr schnell zu wachsen, sodass auch der Ernährungsbedarf der Hündin sich tatsächlich erst in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit verändert.

Vorher müssen und sollten Sie an der Fütterung Ihrer trächtigen Hündin überhaupt nichts verändern, sofern Sie bisher ein hochwertiges Hundefutter gefüttert haben und die Hündin nicht untergewichtig ist.

Je nachdem, wie viele Welpen die Hündin erwartet, steigt der Futterbedarf der Hündin auf das 1,3-fache (kleine Würfe unter vier Welpen) oder gar bis auf das zweifache an (sehr große Würfe von 8 - 10 Welpen). Deshalb ist es durchaus sinnvoll, die Hundewelpen im Bauch vom Tierarzt zählen zu lassen.Bei Einlingsträchtigkeiten kommt es vor allem darauf an, Übergewicht der Hündin und dadurch drohende Geburtskomplikationen zu verhindern, während es bei großen Würfen schwierig sein kann, den Bedarf von Hündin und Welpen zu decken, zumal durch den großen Bauchumfang nur noch kleine Mahlzeiten möglich sind.

Auch in der Säugezeit vollbringt die Hündin Hochleistungen. Hundemilch enthält etwas doppelt so viel Fett und Eiweiß wie Kuhmilch. Eine 30 kg schwere Hündin mit vielen Welpen kann durchaus drei Liter Milch am Tag produzieren.

 

Wie sollte sich das Gewicht der Mutterhündin entwickeln?

Die Entwicklung der Welpen und entsprechend die Gewichtszunahme der Hündin verlaufen exponentiell. In der ersten Trächtigkeitshälfte passiert kaum etwas, in der zweiten steigt das Gewicht rapide. Kurz vor der Geburt sollte die Hündin etwa 120 bis 125 % ihres ursprünglichen Gewichts aus die Waage bringen (vorausgesetzt, sie hatte zu Beginn der Trächtigkeit Idealgewicht). Direkt nach der Geburt sollte sie noch etwa 5 bis 10% mehr wiegen als vor der Trächtigkeit.

Während der Säugezeit sollte die Hündin maximal 5 bis 10% an Gewicht verlieren. Es ist nicht normal, wenn sie abmagert!

Wie verändern sich Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf während der Trächtigkeit?

Der Eiweißbedarf der Hündin liegt in der Phase des schnellen Welpenwachstums etwa 40 bis 70 % über dem Erhaltungsbedarf, da die Hundewelpen viel Eiweiß zum Aufbau von Muskeln, Bindegewebe und Co benötigen. Das heißt, der Eiweißgehalt der Fütterung muss in der Trächtigkeit im Verhältnis stärker erhöht werden als der Energiegehalt. Unter anderem deshalb reicht es auch nicht, einfach mehr vom gewohnten Futter zu geben. Entscheidend ist dabei die Qualität des Eiweißes: Es sollte sehr hoch verdaulich sein und eine möglichst optimale Aminosäurenzusammensetzung aufweisen. Ein Eiweißmangel kann z.B. zu geringen Geburtsgewichten führen.

Auch der Kohlenhydratbedarf steigt an, da die Welpen ihren Energiebedarf vor allem in Form von Glucose (Blutzucker der Mutter) decken und sie beim Säugen für die Milchzuckerbildung benötigt werden. Deshalb sollten mindestens 20 % der Energie im Hundefutter aus Kohlenhydraten stammen. Dieser Bedarf kann z.B. bei getreidefreien BARF-Rationen unterschritten werden, weshalb ihnen möglichst Kohlenhydratquellen zugesetzt werden sollten. Ansonsten ist ein sehr hoher Eiweißgehalt in der Futterration notwendig, um über glucoplastische Aminosäuren die Glucosebildung zu gewährleisten.

Fette benötigt die Mutterhündin nicht nur als Energielieferanten, sondern essenzielle Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Welpen. So sind zum Beispiel mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren für das Nervensystem der Welpen besonders wichtig

Calcium- und Phosphorbedarf steigen in der zweiten Trächtigkeitshälfte, da die Welpen nun ihr Skelett entwickeln, auf ca. 165 mg Kalzium pro kg Körpergewicht und Tag sowie ca. 120 mg/kg/Tag Phosphor. Entscheidend sind hier nicht nur die absoluten Mengen, sondern das Verhältnis von Kalzium und Phosphor zueinander. So enthält beisielsweise Fleisch im Verhältnis viel zu viel Phosphor, sodass es bei reiner Fleischfütterung zu einem relativen Kalziummangel kommt.

Wenn die Milch einschießt, steigen Kalzium- und Phosphorbedarf noch einmal auf mehr als das Doppelte.

Auch Jod und Selen müssen ausreichend vorhanden sein, um Kropfbildung oder Muskelschwäche bei den Welpen zu vermeiden.

Gegen Ende der Trächtigkeit benötigt die Mutterhündin viel Eisen (4 - 6,8 mg/kg/Tag), damit sie keine Blutarmut (Anämie) entwickelt.

Vitamin A, D, und E spielen eine besondere Rolle bei der Ernährung der Hündin, da die ungeborenen Welpen diese Vitamine nicht speichern und sie nach der Geburt über die Erstmilch aufnehmen müssen. Der Vitamingehalt der Erstmilch oder Biestmilch wiederum ist abhängig von der Versorgnung der Hündin während der Trächtigkeit. Allerdings können zu hohe Vitamin-A- und D-Gehalte im Futter der Hündin zu Missbildungen und Entwicklungsstörungen führen.

 

 

Quellen:

  • Meyer/Zentek: Ernährung der Hundes. 6. Auflage 2010. Enke Verlag.
  • Fortbildungsunterlagen "Ernährungsberatung im Praxisalltag" von Dr. med. vet. Julia Fritz. München. Februar 2012

 

Hat Ihnen dieser Beitrag geholfen?

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

 Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.