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Hitzschlag bei Hunden

Hund im heißen Auto Lebensgefährlich: Im Sommer wird das Auto zum Backofen. © Catherine Murray - Fotolia.com

Hunde vertragen Hitze nicht gut. Wie Sie einen Hitzschlag erkennen und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie ergreifen sollten, lesen Sie hier.

Inhalt:

  1. Was ist ein Hitzschlag?
  2. Hitzschlag erkennen
  3. Erste Hilfe bei Hitzschlag
  4. Vorsichtsmaßnahmen gegen Hitzschlag

Was ist ein Hitzschlag und was ein Sonnenstich?

Zum Hitzschlag kommt es, wenn der Hund hohen Temperaturen ausgesetzt ist und die überschüssige Wärme nicht schnell genug abgeben kann. Hohe Luftfeuchtigkeit erschwert die Wärmeabgabe und steigert das Hitzschlagrisiko. Bei einem Hitzschlag steigt die Körpertemperatur auf über 40°C, der Hund trocknet aus und entwickelt ein Hirnödem.

Ab 40°C Körpertemperatur bekommt der Hund Kreislaufbeschwerden. Über 43°C Körpertemperatur besteht akute Lebensgefahr!

Hunde haben nicht nur ein dichtes Fell, sie können noch nicht einmal am Körper schwitzen und sich dadurch abkühlen. Die wenigen Schweißdrüsen an den Pfoten, die im Sommer zu feuchten Pfotenabdrücken auf den Fliesen führen, reichen zur Thermoregulation nicht aus. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur bei Hitze durch Hecheln: Mit offenem Fang und lang heraushängender Zunge atmen sie schnell und flach —— bis zu hundertmal schneller als bei normaler Atmung. Durch den Wasserverlust über die Atemluft wird dabei Wärme abgegeben.

Einen Sonnenstich bekommt der Hund durch direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Dafür muss es nicht unbedingt sehr heiß sein: Auch ein sonniger Strandtag mit einer kühlen Brise kann einen Sonnenstich verursachen.

 

Wie erkenne ich einen Hitzschlag bei meinem Hund?

Erste Anzeichen einer Überhitzung sind :

  • starkes Hecheln

  • Unruhe

  • langgestreckter Hals, weit heraushängende Zunge

  • Ihr Hund sucht nervös nach einer Möglichkeit, ins Kühle zu gelangen.

Gelingt es dem Hund nicht, sich abzukühlen, kommt es zu einem Hitzschlag mit:

  • schneller, flacher Atmung

  • Herzrasen

  • hochroten Schleimhäuten

  • Taumeln

  • evtl. Erbrechen, Durchfall

  • starkem Speichelfluss

  • evtl. Teilnahmslosigkeit

  • hoher Körpertemperatur über 40°C

Ein Hitzschlag führt schließlich zum völligen Kreislaufkollaps bzw. Schock mit:

  • blassen, trockenen, evtl. bläulichen Schleimhäuten

  • Krämpfen, Zittern

  • Bewusstlosigkeit, Koma

Ohne Behandlung führt der Hitzschlag zu einem starken Hirnödem und zum Tod durch Herz- und Atemstillstand.

 

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen helfen meinem Hund bei einem Hitzschlag?

  1. Bringen Sie Ihren Hund sofort ins Kühle.

Alle weiteren Maßnahmen hängen davon ab, ob der Hund bei Bewusstsein ist oder nicht:

Ja, der Hund ist bei Bewusstsein:

  • Kühlen Sie ihn vorsichtig ab: Am schonendsten geht das Abkühlen, indem Sie den Hund in ein feuchtes Handtuch oder eine Decke einwickeln.

    Zu schnelle Abkühlung mit eiskaltem Wasser belastet den angeschlagenen Kreislauf extrem!

    Wenn der Hund relativ fit ist, können Sie auch einen Gartenschlauch zum Kühlen nehmen: Fangen Sie an den Beinen an zu kühlen und gehen Sie erst dann zu Rumpf und Nacken über wenn Sie sehen, wie Ihr Hund sich entspannt und die Dusche genießt.

  • Bieten Sie ihm Wasser zu trinken an: lauwarmes, nicht eiskaltes. Er soll so viel trinken wie er möchte.
  • Bringen Sie den Hund nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen schnell zum Tierarzt. Dieser kann den Kreislaufkollaps mit Infusionen und Notfallmedikamenten behandeln.
    Achten Sie darauf, den Hund während des Transports weiter kühl zu halten.

Nein, der Hund ist nicht bei Bewusstsein:

  • Legen Sie ihn am besten in rechte Seitenlage, um das Herz zu entlasten.
  • Strecken Sie vorsichtig Kopf und Hals des Hundes, denn bei bewusstlosen Menschen und Tieren verlegt oft die Zunge die Luftröhre, wodurch sie ersticken können.

Merken Sie sich: "Nicht lang schnacken, Kopf in den Nacken!" Diese einfache Maßnahme rettet auch bewusstlosen Menschen das Leben!

  • Atmet der Hund, kühlen Sie ihn mit einem großen feuchten Handtuch oder einer feuchten Decke. Bringen Sie ihn umgehend zu einem Tierarzt.

Falls der Hund nicht atmet:

  • Prüfen Sie, ob Erbrochenes die Atemwege verlegt. Falls ja, entfernen Sie Erbrochenes so gut wie möglich.

  • Beginnt der Hund wieder zu atmen: kühlen und ab zum Tierarzt!

  • Beginnt der Hund nicht wieder zu atmen: Suchen Sie nicht verzweifelt nach einem Puls, sondern beginnen Sie mit der Herzmassage, denn auf einen Atemstillstand folgt relativ schnell ein Herzstillstand.

    Rettungssanitäter für Menschen empfehlen inzwischen, auf das Beatmen (v.a. bei Kindern) zu verzichten, da häufig viel Luft im Magen landet und den Kreislauf zusätzlich belastet. Wenn Sie mit einer Herzmassage die Blutzirkulation in Gang halten, gelangt auch weiterhin Blut ins Gehirn und für einige Zeit reicht der darin noch enthaltene Sauerstoff aus. Durch die Herzmassage wird auch der Brustkorb bewegt und ein wenig Gasaustausch findet statt.

Herzmassage beim Hund:

  • Funktioniert im Prinzip wie beim Menschen: Üben Sie etwa 70 Mal pro Minute mit den Händen stoßartigen Druck auf die Herzregion (linke Brustkorbseite, direkt über und hinter dem Ellenbogen) aus. Schieben Sie Ellenbogen und Vorderbein dazu etwas nach vorn.

  • Passen Sie den Kraftaufwand der Größe des Hundes an: Mini-Hunde können Sie besser in Rückenlage reanimineren, indem Sie mit einer Hand den Brustkorb umfassen. Bei kleinen Hunden (ca. 10 kg) reicht eine Hand zur Herzmassage aus, während Sie bei Riesenrassen beide Hände und die Kraft aus Ihrem Oberkörper nutzen müssen, um einen Effekt auf das Herz zu erzielen.

  • Wissen Sie, dass das Herz gerade stehen geblieben ist, kann ein präkordialer Faustschlag innerhalb der ersten Minute es mit Glück wieder zum Schlagen bringen: Setzen Sie einen kräftigen (an die Größe des Hundes angepassten) Faustschlag auf die linke Brustkorbseite oberhalb des Ellenbogens und prüfen Sie danach den Puls (innen am Oberschenkel, nahe der Bauchwand). Kein Puls = Herzmassage beginnen.

Nichts ersetzt die praktische Vorbereitung auf Notfälle: Besuchen Sie am besten einen Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter!

 

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten Hundehalter im Sommer beachten?

Schlanke Hunde, die sich frei bewegen können und ausreichend Wasser zur Verfügung haben, bekommen normalerweise keinen Hitzschlag oder Sonnenstich. Sie suchen sich ein kühles Plätzchen (gerne buddeln sie sich eine Erdkuhle im Schatten) und halten Siesta.

Die Ursache für einen Hitzschlag oder Sonnenstich bei Hunden ist also in der Regel der Mensch!

Häufigste Ursache für einen Hitzschlag ist, das der Hund im überhitzten Auto zurückgelassen wurde. Im Schatten zu parken und die Fenster oder das Schiebedach zu öffnen reicht im Sommer nicht aus: die Sonne wandert und innerhalb von zehn Minuten steigen die Temperaturen im Auto auf 50°C und mehr, wie das  YouTube Video "Hund im Backofen" von Tasso e.V. eindrucksvoll zeigt. Also:

  • Lassen Sie Ihren Hund im Sommer nie unbeaufsichtigt im Auto oder angeleint in der prallen Sonne zurück.
    Gerade im Auto steigt die Temperatur auch bei leicht geöffneten Fenstern extrem schnell in gefährliche Bereiche. Wie schnell, lesen Sie z.B. im Merkblatt Hitzschlag im Auto von der WDT.

  • Achten Sie darauf, dass der Hund immer die Möglichkeit hat, sich an einen kühlen Ort zurückzuziehen.

  • Nehmen Sie immer genügend Wasser für Ihren Hund mit.

    Bei Hitze trinken Hunde bis zu 100 ml pro kg Körpergewicht und Tag. Ein 10 kg schwerer Hund bräuchte also täglich einen Liter.
    Viel Wasser geht beim Trinken aus dem Napf daneben, also lieber etwas mehr mitnehmen ...

  • Machen Sie längere Spaziergänge in den kühlen Morgen- oder Abendstunden. Übergewichtige Hunde oder Herzpatienten sollten bei Wärme nur kurz und dafür öfter Gassi gehen.

  • Vermeiden Sie körperliche Belastungen und zwingen Sie Ihren Hund nicht, weiterzulaufen wenn er "schlapp macht". Geben Sie ihm Gelegenheit, sich im Schatten auszuruhen.

  • Hindern Sie Ihren Hund nicht am Hecheln, z. B. durch einen engen Maulkorb.

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