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Hundekauf

Welcher Hund passt zu uns?

Hunde gibt es in allen Größen, Farben und Formen © iStockphoto.com/Eric Isselée

Hundekauf

Diese Entscheidung will reiflich überlegt sein. Hier finden Sie die entscheidenden Fragen, die Sie vor dem Kauf für sich beantworten sollten.

Allein in Deutschland gibt es über 340 anerkannte Hunderassen. Dazu noch jede Menge süße Mischlinge von winzig bis riesig. Wie soll man sich da entscheiden, wo doch schon mehr als sieben Joghurtsorten im Kühlregal nachweislich unsere Entscheidungsfähigkeit überfordern?

Leichter wird es, indem Sie Schritt für Schritt Ihre Auswahlkriterien einschränken. Über diese Fragen sollten Sie sich vor der Anschaffung Ihres Hundes Gedanken machen:

  • Winzig, klein, mittel, groß oder riesengroß?
  • Rüde oder Hündin?
  • Langhaar, Kurzhaar?
  • Ruhig oder quirlig?
  • Welche Aufgabe soll der Hund erfüllen?
  • Rassehund oder Mischling?
  • Welpe oder erwachsener Hund?
  • Vom Züchter oder von privat?
  • Welche Rasse ?

Zu allen diesen Fragen finden Sie hier erste Orientierung. Wenn Sie trotzdem noch unentschlossen sind, lassen Sie sich am besten von Tierärzten, Züchtern oder Hundetrainern über die Vor- und Nachteile bestimmter Rassen beraten.

Bitte gehen Sie nicht nur nach dem Äußeren des Hundes und machen Sie keinen „Welcher-Hund-passt-zu-mir-Test“ im Internet oder einer Lifestyle-Zeitschrift! Wir haben diverse ausprobiert und keiner brachte sinnvolle Ergebnisse. Einmal wurde uns gar empfohlen, entweder einen Weimaraner oder einen Papillon anzuschaffen. Zwei Rassen, die nun wirklich nicht unterschiedlicher sein könnten ...

Soll Ihr Hund winzig, klein, mittel, groß oder riesengroß sein?

Eigentlich geht es ja um die inneren Werte, aber die Größe Ihres Hundes ist auch keine reine Äußerlichkeit. Sie entscheidet mit darüber, wass Sie mit Ihrem Vierbeiner alles anstellen können, über gewisse Gesundheitsprobleme und sogar über seine Lebenserwartung.

Große und riesengroße Hunde gelten mit sechs Jahren bereits als "alt", während kleine Rassen erst einige Jahre später, mit neun oder zehn, als Hundesenior durchgehen. Wenn Sie sich für eine Deutsche Dogge entscheiden ist die Wahrscheinlichkeit also größer, dass Sie sich einige Jahre früher wieder von Ihrem Hundegefährten verabschieden müssen — das muss nicht gegen diese wunderbare Hunderasse sprechen, nur sollten Sie und Ihre Familienmitglieder darauf vorbereitet sein.

Bei Hunderassen über 40 kg Körpergewicht ist auch zu bedenken, dass sie sich langsamer entwickeln als kleine Rassen. Ihr Wachstum ist nicht nach einem Jahr abgeschlossen und ihre soziale Reife erreichen sie zum Teil erst mit drei Jahren. Auch das soll kein Hinderungsgrund sein, Sie müssen es nur bedenken wenn Sie Ihren jungen Hund nicht körperlich und seelisch überfordern wollen. Zu frühes, häufiges Treppensteigen beispielsweise fördert vor allem bei großen Hunderassen Gelenksprobleme.

Kleine Hunderassen haben hingegen ihre ganz eigenen Gesundheitsprobleme. Sie neigen beispielsweise eher zu Zahnproblemen, bei kurz gezüchteten Schnauzen auch zu Atemwegsproblemen. Hier sollten Sie sich vorher genau informieren und von extremen Züchtungen, bei denen die Nase zwischen den Augen sitzt, lieber Abstand nehmen.

Auch kleine und winzige Hunde sind richtige Hunde, keine "Katzen mit Fremdsprachenkenntnissen" und wollen gefordert werden. Allerdings sollten Sie die kurzen Beinchen bei Ihren Aktivitäten berücksichtigen.

Wollen Sie einen Rüden oder eine Hündin?

Diese Frage sollten Sie ganz praktisch betrachten: Stört es Sie, wenn Ihr Rüde (trotz Kastration) bei der Hunderunde an jedem empor ragenden Gegenstand sein Bein hebt? Oder können Sie sich noch weniger damit abfinden, dass Ihre Hündin ein paar Mal im Jahr ein Läufigkeitshöschen tragen muss, um keine rosa Tröpfchen im Haus zu verteilen? Manche unkastrierten Hündinnen werden scheinträchtig und natürlich besteht das Risiko ungewollten Welpensegens. Eine Kastration löst diese Probleme und beugt Gesäugetumoren oder Gebärmuttervereiterungen vor, ist aber nicht bei jeder Rasse kritiklos zu empfehlen. Ob Sie Ihren Hund kastrieren lassen wollen sollten Sie also auch entscheiden und darüber mit Ihrem Tierarzt sprechen.

Der Einfluss des Geschlechts auf das Temperament des Hundes ist nicht so groß, wie viele Hundehalter meinen. Die Geschlechtshormone beeinflussen zwar das Aggressionsverhalten, aber Rüden sind nicht generell aufmüpfiger und Hündinnen nicht unbedingt leichter zu erziehen. Hier spielen die Rasse und der individuelle Charakter Ihres Hundes eine wichtigere Rolle.

Mögen Sie eher langhaarige oder kurzhaarige Hunde?

Ganz klar: Es kommt auf die inneren Werte an, doch kann es nicht schaden darüber nachzudenken wie viel Zeit Sie der Fellpflege widmen möchten. Haben Sie Spaß am liebevollen Kämmen und Bürsten (und am Staubsaugen), freuen Sie sich an einem hübsch getrimmten Hund? Oder möchten Sie es in dieser Hinsicht doch lieber etwas weniger aufwändig haben ...?

Haben Sie es lieber gemächlich, oder darf Ihr Hund ruhig quirlig sein?

Natürlich gibt es individuelle Unterschiede, doch im Großen und Ganzen bestimmt die Rasse Ihres Hundes auch sein Temperament. Überlegen Sie sich, was Sie mit Ihrem Hund alles unternehmen möchten und berücksichtigen Sie Ihr Freizeitprogramm bei der Rasseauswahl. So sind Sie später nicht enttäuscht, wenn Ihr Bernhardiner keine Lust zu langen Fahrradtouren haben sollte und Sie laufen weniger Gefahr, Ihren arbeitswütigen Border Collie so zu langweilen, dass er verhaltensauffällig wird.

Welche Aufgabe soll Ihr Hund erfüllen?

Hier sind wir schon wieder bei der Frage nach der Rasse. Bei der Entstehung der meisten Hunderassen ging es zunächst nicht um das Aussehen sondern darum, Tiere mit den passenden Fähigkeiten für eine bestimmte Arbeit auszuwählen: beispielsweise Hütehunde, Wachhunde oder auch Begleithunde für die oberen Zehntausend (Näheres siehe unten).

Wollen Sie, dass Ihr Hund Ihr Territorium bewacht? Oder soll er jeden Besucher entspannt ignorieren? Natürlich ist das auch eine Frage der richtigen Erziehung, doch Sie tun sich als Stadtbewohner vermutlich keinen Gefallen mit einem Herdenschutzhund, der Ihre Kinder todesmutig gegen den Postboten verteidigen will ...

Informieren Sie sich über das ursprüngliche Zuchtziel Ihrer Lieblingsrasse und fragen Sie sich danach, wie es mit Ihrem Lebensstil zu vereinbaren ist. Ist ein passionierter Jagdhund wirklich die richtige Wahl, wenn Sie ihn als Begleiter auf Ausritte mitnehmen wollen? Haben Sie Spaß an Agility oder doch eher an Mantrailing?

Soll es ein Rassehund oder ein Mischling sein?

Häufig hört man, dass Mischlinge gesünder seien als Rassehunde, weil sie weniger "inzuchtgeschädigt" seien. Dabei wird übersehen, dass verantwortungsvolle Züchter genau darauf achten, keine zu eng miteinander verwandten Hunde zu verpaaren. Zuchthunde müssen verschiedene Gesundheitschecks bestanden haben und die Zuchtverbände sprechen Zuchtverbote aus, wenn es in bestimmten Linien zu Gesundheits- oder Verhaltensproblemen kommt. Diese Kontrolle fehlt beim Mischling meist und er kann durchaus mit den gesundheitlichen Problemen beider Elternteile geschlagen sein.

Auch bei Mischlingshunden hilft es, die Rassen beider Elternteile in Erfahrung zu bringen, vielleicht auch mithilfe eines Gentests. So erhalten Sie wichtige Informationen über seinen Charakter und eventuelle Gesundheitsrisiken.

Muss es ein Welpe sein oder hat ein erwachsener Hund bei Ihnen eine Chance?

Viele wunderbare Hunde warten in Tierheimen auf liebevolle Menschen, die ihnen ein neues Zuhause geben. Sie können viel Gutes tun, wenn Sie sich hier ihren vierbeinigen Freund aussuchen. Wichtig ist dabei aber eine gute Beratung. Falls Sie noch nie einen Hund hatten, kann ein gut sozialisierter und folgsamer Tierheimbewohner ein Segen sein.

Auf der anderen Seite haben Hunde aus zweiter Hand viele Erfahrungen gemacht, über die Sie nichts wissen und die zu unangenehmen Überraschungen führen können. Fragen Sie also möglichst intensiv nach und versuchen Sie, so viel wie möglich über die Vergangenheit infrage kommender Kandidaten zu erfahren. Kompetente Tierheimmitarbeiter sollten Ihnen erzählen, wie der Hund sich im täglichen Umgang verhält und Sie gründlich über Ihre Hundeerfahrung und Ihre Lebensumstände ausfragen.

Zu Welpen, die Sie noch innerhalb der Sozialisierungsphase (bis etwa Ende der 12. Lebenswoche) zu sich nehmen, können Sie eine intensive Bindung aufbauen und ihnen die große weite Welt zeigen. Das ist aber auch eine große Verantwortung und braucht einiges an Zeit. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Hund später Kinder, Rollstuhlfahrer, Luftballons oder anderes ankläfft, müssen Sie ihm dies alles ruhig und entspannt zeigen ohne ihn zu überfordern oder gar seine anfängliche Angst durch Trösten zu verstärken ... Ein echtes Stück Arbeit!

Nehmen Sie einen Welpen vom Züchter oder "von privat"?

Ein seriöser Hundezüchter achtet wie schon erwähnt darauf, nur gesunde Elterntiere zu verpaaren die nicht zu eng verwandt sind. Er kümmert sich zum Beispiel auch intensiv um die Sozialisierung der Welpen und wird sie im geschützten Umfeld schon viele Erfahrungen machen lassen, beispielsweise wird er mit ihnen und der Hundemama Auto fahren. Das sind unschätzbar wichtige Voraussetzungen für ein entspanntes Hundeleben.

Nur ist nicht jeder angebliche Hundezüchter seriös und mancher, der nach einem "Unfall" die Welpen seiner Hündin aufzieht, tut dies ebenso kompetent. Was eine gute Hundekinderstube ausmacht, lesen Sie im Artikel "Woran erkenne ich einen guten Hundezüchter?".

Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, wenn Sie den Welpen vor dem Kauf nicht bei seiner Hundemama sehen können und Sie auch sonst nur wenige Informationen vom Welpenverkäufer bekommen.

Hunderassen, die gerade in Mode sind, werden leider häufiger Opfer wenig verantwortungsloser Welpenvermehrer. Die Folgen können dramatisch sein: Bei beliebten Rassen wie dem Golden Retriever oder dem West Highland White Terrier führte der Hype beispielsweise dazu, dass unter den sonst so verträglichen Familienhunden plötzlich Tiere mit einem "Wut-Syndrom" auftauchten, die beim kleinsten Anlass unkontrolliertes Aggressionsverhalten zeigten.

Doch auch wenn Welpen einer Moderasse aus seriöser Zucht stammen: Der Hund muss zu Ihrem Lebensstil passen. Gerade erfreut sich beispielsweise der schicke Weimaraner großer Beliebtheit. Weimaraner sind passionierte Jagdhunde mit einem gesunden Selbstvertrauen (Förster stellten mit ihnen früher auch Wilderer). Sie wollen gefordert werden und nicht als Accessoire dienen.

Niemals sollten Sie einen Welpen nur aus Mitleid erwerben. Das klingt zwar hartherzig, doch skrupellose Welpenvermehrer setzen meist auf die Mitleidsmasche um ihr "Produkt" an den Käufer zu bringen. Als Käufer fördern Sie mit einem solchen Hundekauf ungewollt illegale und tierschutzwidrige Machenschaften bis hin zu mafiösen Strukturen. Mehr zu den Bemühungen deutscher Tierschutzverbände gegen den illegalen Hundehandel mit solchen "Wühltischwelpen" finden Sie zum Beispiel bei Tasso e.V..

Welche Hunderasse passt denn nun zu uns?

Wenn Sie alle bisherigen Fragen für sich beantwortet haben, müssten Sie schon ein relativ genaues Bild von Ihrem Traumhund im Kopf haben. Jetzt können Sie sich genauer über die Vorzüge der verschiedenen Hundetypen bzw. einzelner Hunderassen informieren, ohne sich in der riesigen Auswahl zu verlieren.

Eine gute Orientierung bei der Suche nach der passenden Rasse oder den Eigenschaften Ihres Mischlings bietet die Hunderassenliste der Federation Cynologique Internationale, in Deutschland vertreten durch den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Die FCI teilt die mehr als 340 in Deutschland anerkannten Hunderassen in zehn verschiedene Gruppen ein:

  • Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde (bekanntester Vertreter: der Deutsche Schäferhund)
  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde
  • Gruppe 3: Terrier
  • Gruppe 4: Dachshunde
  • Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Gruppe 7: Vorstehhunde
  • Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Gruppe 10: Windhunde

Anhand dieser Gruppe können Sie erkennen, was für Ihren Hund im Leben besondere Bedeutung hat. Man kann es nicht oft genug sagen: Entscheiden Sie sich nicht nach dem Äußeren sondern nach dem Wesen Ihres Hundes. Wie das aussehen könnte, lässt sich aus dem ursprünglichen Zuchtziel erahnen. Sie können es beispielsweise einem Terrier nicht verübeln, wenn er „Raubzeug“ wie Ratten oder auch Katzen ans Leben will und dabei eben hartnäckig ist wie ein Terrier. Das war schließlich Jahrhundertelang seine Aufgabe. Sie können aber seine Veranlagung akzeptieren und ihre Erziehung entsprechend anpassen. Auch ein Terrier kann ein Katzenfreund werden ...

Nach all diesen Denkanstößen wissen Sie es längst:

Entscheiden Sie den Hundekauf bitte nicht spontan aus dem Bauch heraus. Schlafen Sie darüber, auch wenn sanfte Hundeaugen Ihr Herz im Sturm erobert haben. Sie übernehmen Verantwortung für ein Lebewesen, das im Idealfall die nächsten 15 Jahre mit Ihnen verbringen wird — da sollten Ihre Charaktere optimal zusammen passen.

Dr. Hölter wünscht Ihnen ein glückliches Händchen bei der Hundewahl und eine lange, schöne Zeit mit Ihrem Vierbeiner!

 

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