•  Kostenloser Versand ab 30€ Bestellwert in Deutschland
  •  14 Tage Widerrufsrecht
  •  Hotline 04141-3103
Geburt

Colostrum-Ersatz für Hund und Katz: Was jeder Züchter wissen sollte

Hund und Katze brauchen Colostrum Kolostrum ist für einen guten Start ins Leben unverzichtbar. © Ermolaev Alexandr - Fotolia.com

Geburt

Als Katzen- oder Hundezüchter haben Sie sicher vor jeder Geburt für den Notfall Welpenmilch parat. Doch haben Sie auch an ein Colostrum-Konzentrat gedacht? Es versorgt neugeborene Welpen mit lebenswichtigen Abwehrstoffen und sollte auf keiner Geburts-Checkliste fehlen!

Auch wenn unser norddeutsches Nieselwetter gerade so aussieht, als wolle es niemals enden: Der Frühling steht schon in den Startlöchern und mit ihm purzeln bald wieder viele kleine Kätzchen und Hundewelpen in die Welt.

Wenn alles seinen natürlichen Gang geht, beginnen die kleinen Racker nach der Geburt so schnell wie möglich, bei ihrer Mama Muttermilch zu trinken, denn diese allererste Milch - das Colostrum - hat es richtig in sich!

Was ist Colostrum?

Die Colostrum (oder Kolostrum) genannte Erstmilch wird nur um den Geburtszeitpunkt herum gebildet und unterscheidet sich deutlich von der späteren “reifen” Muttermilch. Sie versorgt die Neugeborenen nicht nur mit Energie, sondern auch mit einem Cocktail aus Abwehrstoffen, der sie vor vielen Krankheitserregern schützt und mit Wachstumsfaktoren für ihr noch unreifes Verdauungssystem.

Weshalb ist Colostrum so wichtig für neugeborene Katzen und Hunde?

Wenn Hunde- und Katzenwelpen zur Welt kommen, haben sie Energiereserven für die ersten acht bis zehn Stunden. Danach beginnen sie zu unterzuckern und können ihre Körpertemperatur nicht mehr halten. So bald wie möglich Energie aufzunehmen, ist also sehr wichtig für die Kleinen, und Colostrum ist eine absolute Energiebombe.

Das wirklich einmalige am Colostrum ist jedoch sein sehr hoher Gehalt an mütterlichen Abwehrstoffen, den Immunglobulinen (v.a. IgG, IgA, IgM). Kleine Katzen und Hunde kommen mit einem unreifen Immunsystem auf die Welt, dass sie noch nicht gegen die Krankheitserreger in ihrer Umgebung zu schützen vermag. Im Blut gerade geborener Welpen findet man gerade einmal drei Prozent der Antikörpermenge, die ihre Mutter im Blut hat. Genügend schützende Immunglobuline (auch maternale Antikörper genannt) erhalten sie erst durch das Colostrum.

Colostrum ist die erste, natürliche  “Schluckimpfung” für neugeborene Welpen.

Damit die Schluckimpfung wirken kann, muss die Darmwand der Welpen für die Immunglobuline aus dem Colostrum durchlässig sein, sodass sie ins Blut der Welpen gelangen können. Das funktioniert nur in den ersten 24 Stunden jedes Welpenlebens ungehindert. Danach nimmt die Durchlässigkeit der Darmwand immer weiter ab.

In den allerersten Schlucken Colostrum aus jeder Zitze ist die Menge an Immunglobulinen außerdem am höchsten. Je länger die Welpen bereits saugen, desto “reifer” wird die Milch und desto weniger Abwehrstoffe enthält sie.

Für die optimale Schutzwirkung des Colostrums kommt es auf jede Stunde an.

Die mit dem Colostrum aufgenommenen Antikörper der Mutter schützen die Welpen während der ersten ein bis zwei Lebensmonate. In dieser Zeit kann ihr eigenes Immunsystem reifen.

 

Doch Kolostrum kann sogar noch mehr: In den letzten Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler intensiv mit den in der Erstmilch enthaltenen verschiedensten Inhaltsstoffen, wie etwa Immunbotenstoffen (z.B. Cytokinen) und Wachstumsfaktoren. Die Immunbotenstoffe stimulieren die Abwehrzellen der Neugeborenen, damit die Immunabwehr im Falle einer Infektion richtig in Fahrt kommt, während Wachstumsfaktoren  aus dem Colostrum unter anderem für die Reifung des Verdauungstrakts entscheidend sind.

Auch wichtige Vitamine, glücklich machende Endorphine und mehrere, die Vermehrung von Krankheitskeimen störende Stoffe wurden in den letzten Jahren in Colostrum gefunden. Grund genug für die Wissenschaftler, Colostrum inzwischen auch zur Abwehrstärkung und Leistungssteigerung bei erwachsenen Tieren und Menschen einzusetzen.

Was kann ich gegen Colostrum-Mangel tun?

Bei einer ganz normalen Geburt versorgen sich die Welpen selbst mit Kolostrum - manchmal unterstützt von ihrer Mama, wenn sie Schwierigkeiten haben, den Weg zur Milchbar allein zu finden. Am besten greifen Sie in das natürliche Zusammenspiel zwischen Mutter und Welpen nicht ein. Übrigens: Bei der Suche nach der Milchquelle orientieren sich die Kleinen an der Temperatur, denn das gut durchblutete Gesäuge ist besonders warm. Eine in guter Absicht aufgehängte Wärmelampe kann sie dabei von ihrem Weg abbringen.


Handelt es sich um eine sehr lange Geburt oder um einen sehr großen Wurf, kann es sein, dass die Erstgeborenen sehr gut mit Kolostrum versorgt sind, während die Letzten deutlich weniger Abwehrstoffe von der Mutter bekommen. Achten Sie möglichst darauf, an welchen Zitzen noch nicht gesaugt wurde und setzen Sie die Nachzügler gezielt an diese Zitzen an. Wurde bereits an allen Zitzen ausgiebig gesaugt, kann eine zusätzliche Gabe von Colostrum-Ersatz für die zuletzt Geborenen, die auch am längsten dem Geburtsstress ausgesetzt waren, sinnvoll sein (siehe unten).

Kann die Hündin ihre Welpen nicht (ausreichend) säugen, müssen Sie als Züchter die Versorgung mit Ersatz-Colostrum am ersten und zweiten Lebenstag übernehmen.

Wichtig: Colostrum muss in den ersten Stunden nach der Geburt aufgenommen werden. Sie sollten also vor der Geburt eine Notfall-Colostrumreserve anlegen!

Wenn Sie mehrere Hündinnen haben, können Sie vorsorglich Kolostrum einer älteren Hündin für spätere Notfälle eingefrieren. Schon wenige Milliliter pro Welpe bieten einen wirksamen Immunschutz.

Sehr praktisch sind pulverförmige Colostrum-Präparate für Hunde und Katzen, die Sie mit warmem Wasser anrühren können. Sie sind ebenso einfach zu handhaben wie normales Milchpulver und lassen sich gut lagern.

Worauf muss ich beim Kauf von Colostrum-Ersatz achten?

Verwechseln Sie Colostrum-Ersatz nicht mit Welpenmilch: Wichtig ist, dass es sich wirklich um einen echten Kolostrum-Ersatz handelt. Mit Kolostrum angereicherte Welpenmilch ist zwar für die spätere Versorgung der Welpen durchaus sinnvoll, aber nicht geeignet für die Erstversorgung mit schützenden Immunglobulinen.

Achten Sie auf Herkunft und Menge des enthaltenen Kolostrums bzw. der Immunglobuline: Auf der Packung sollte deklariert sein, ob es sich um reines Kolostrum handelt oder wie hoch der Kolostrum-Anteil ist. In der Regel wird Rinderkolostrum verwendet, dessen positive Wirkung auch auf andere Tierarten wissenschaftlich bestätigt werden konnte.

In manchen Colostrum-Präparaten sind zusätzlich Immunglobuline aus Eiern enthalten. Bringt man Hühner mit Krankheitserregern in Kontakt, die für Hunde oder Katzen gefährlich sind, enthalten ihre Eier Antikörper gegen solche Erreger. Dadurch können Colostrum-Ersatzprodukte mit speziell für Welpen wichtigen Antikörpern angereichert werden.

Bei Dr. Hölter finden Sie zum Beispiel medizinisch sinnvollen Colostrum-Ersatz für Welpen von Royal Canin und Almapharm:

Royal Canin Puppy ProTech Welpenmilch mit Colostrum

Almapharm astorin Colostitute K für Katzen und astoral Colostitute H für Hunde

Nicht jedes Kolostrum-Produkt ist für Welpen gedacht, da Colostrum auch bei erwachsenen Tieren die Abwehrkräfte unterstützen kann. Beispielsweise setzen wir Colostrum-Produkt Jolostrum in der Praxis auch begleitend zu Impfungen ein, da es eine Studie gibt, die einen besseren Staupe-Schutz bei Hudnen nachweisen konnte, die ab dem Zeitpunkt der Impfung Colostrum bekamen. Achten Sie beim Kauf eines Kolstrums zur Welpenaufzucht bitte darauf, dass eine Dosierung speziell für Welpen angegeben ist. 

Passende Artikel

Hat Ihnen dieser Beitrag geholfen?

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

 Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.