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Verstopfte Harnröhre beim Kater (Urethraobstruktion)

Katze in Katzentoilette Wenn Harnsteine die Harnröhre blockieren, versuchen betroffene Kater häufig verzweifelt, doch noch irgendwie Urin abzusetzen und besuchen deshalb x-mal am Tag die Katzentoilette. © iStockphoto.com/ Spiritartist

Harnsteine, Harngrieß, Pfropfen oder Schwellungen können bei Katern die Harnröhre blockieren, sodass die Tiere keinen Urin mehr absetzen können oder nur noch Tröpfchen kommen. Das kann einen lebensgefährlichen Harnstau zur Folge haben. Wie Sie einen solchen Notfall erkennen und wie er behandelt wird, lesen Sie hier.

Woran kann man erkennen, dass die Harnröhre des Katers verstopft ist?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kater keinen Urin mehr absetzt oder nur noch tröpfchenweise urinieren kann, ist eine Blockade der Harnröhre die wahrscheinlichste (weil häufigste) Ursache. Bei Freigänger-Katzen lässt sich aber oft nicht ohne Weiteres kontrollieren, wie viel Urin sie absetzen. Bei diesen Katern wird das Problem oft erst sehr spät bemerkt.

Die Kater versuchen meist sehr häufig aber erfolglos, Urin abzusetzen und sind dadurch oft sehr unruhig. Ständig besuchen sie die Katzentoilette oder wollen nach draußen. Beim Versuch zu urinieren, zeigen viele Kater ihre Schmerzen durch Miauen, ein gesträubtes Fell und ein sogenanntes Schmerzgesicht (seitlich abgeklappte Ohren, in Falten gelegte Stirn und dadurch schräg gestellte Augenpartie). 

Auch an einem hängenden Kopf, einem aufgekrümmten Rücken und Verhaltensänderungen (Appetitlosigkeit, Rückzug, evtl. Aggressivität beim Anfassen) können Sie bemerken, dass der Kater starke Schmerzen hat. Wenn Sie ganz behutsam seinen Bauch abtasten, ist eventuell die Blase als großer, praller Ball zu fühlen.

Häufig schwillt bei einer Harnröhrenobstruktion die Penisspitze des Katers an. Das können Sie leicht sehen, wenn Sie sich die Anogenitalregion anschauen. Viele Kater lecken in ihrer Not den schmerzenden Penis, wodurch dieser noch mehr anschwillt und sich noch mehr entzündet. Im schlechtesten Fall kann eine Penisspitzennekrose entstehen, weil durch die starke Schwellung die Blutversorgung unterbrochen wird. Dann wird die Penisspitze dunkelrot bzw. bläulich und muss evtl. amputiert werden (Penisspitzenresektion, siehe unten).

Besteht die Blockade der Harnröhre schon länger, werden betroffene Kater apathisch und können schließlich sterben.

Was soll ich tun, wenn mein Kater keinen Urin mehr absetzen kann?

Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass es dem Kater ansonsten gut geht, sollten Sie sofort zum Telefonhöhrer greifen, Ihrem Tierarzt ankündigen, worum es geht und den Kater so bald wie möglich in die Praxis oder Klinik bringen.

Eine Harnröhrenobstruktion ist immer ein Notfall.

Je früher Ihr Kater behandelt wird, desto besser sind seine Überlebensschancen.

Weshalb ist es lebensgefährlich, wenn der Kater nicht urinieren kann?

Auch wenn die Harnröhre verstopft ist, produzieren die Nieren weiterhin Urin und dieser staut sich in der Blase an. Irgendwann ist die Blase voll und beginnt sich zu überdehnen, was die Blasenwand stark belastet, sodass die Blase schlussendlich sogar reißen oder im Anschluss an den Harnstau eine Blasenlähmung zurückbleiben kann.

Außerdem staut sich der Urin zurück bis ins Nierenbecken. Da die Nieren in einer festen Bindegewebskapsel liegen, können sie dem Druck nicht ausweichen und das Nierengewebe wird gequetscht, sodass auch nach Beseitigung des Harnstaus ein Nierenschaden bleiben kann.

Doch nicht nur der Druck ist ein Problem, sondern auch, dass sogenannte harnpflichtige Substanzen nicht mehr wie vorgesehen ausgeschieden werden können. Abfallprodukte des Stoffwechsels sammeln sich bei Katern mit einer Harnröhrenobstruktion im Blut an und verursachen irgendwann eine sogenannte Harnvergiftung (Urämie). Außerdem gerät der Elektrolythaushalt, den die Nieren normalerweise im Gleichgewicht halten, aus den Fugen und das beeinträchtigt vor allem die Herzfunktion.

Die Kreislaufbelastung bei länger bestehendem Harnstau führt zu einem höheren Narkoserisiko und kann eine Behandlung des Problems sehr erschweren.

Wie wird eine Harnröhrenobstruktion bei Katern behandelt?

Ihr Tierarzt wird versuchen, die Blockade der Harnröhre so schnell wie möglich zu beheben. Häufig ist dafür eine Beruhigungsspritze oder eine Kurznarkose notwendig, damit sich die Muskulatur von Blase und Harnröhre entspannt und der Kater die Behandlung überhaupt zulässt. Eventuell muss auch der Kreislauf durch Medikamente und eine Infusion stabilisiert werden.

Um den Harnstau zu beheben, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Harnröhrenmassage

Häufig blockieren einfach kleine Steinchen in der Penisspitze den Urinabfluss, da sich die Harnröhre dort stark verengt. Im einfachsten Fall reichen dann eine behutsame Massage des Penis und ein sanftes Ausdrücken der Blase, damit wieder Urin durch die (medikamentell entspannte und dadurch erweiterte) Harnröhre fließt.

Manchmal bringt auch eine rektale Massage der Harnröhre am Beckenboden Erfolg, falls Steinchen dort festsitzen, wo die Harnröhre einen Bogen um den Beckenknochen beschreibt.

Zurückspülen der Harnsteine mithilfe eines Harnblasenkatheters (Retropulsion)

Meist lassen sich Harnsteine in die Harnblase zurückspülen, indem man vorsichtig einen dünnen Harnkatheter in die Harnröhre schiebt und gleichzeitig über eine aufgesetzte Spritze sterile Flüssigkeit in die Harnröhre drückt. Sind die Steine erst einmal wieder in der Blase, kann der Urin durch den Katheter abfließen.

Je nachdem um welche Art Harnsteine es sich handelt, können diese dann mithilfe einer speziellen Harnsteindiät aufgelöst werden (Struvitsteine) oder müssen chirurgisch entfernt werden (Kalziumoxalatsteine und andere).

Je nach Schwere der Erkrankung muss der Kater eventuell stationär aufgenommen werden und den Harnblasenkatheter noch einige Tage behalten. 

Punktieren der Blase (Zystozentese)

Ist die Blase extrem gefüllt oder lässt sich die Harnröhre nicht katheterisieren, muss Urin mithilfe einer Blasenpunktion abgesogen werden. Das geht sehr einfach, indem mit einer Kanüle durch die Bauchdecke direkt die Blase punktiert und dann mit der aufgesetzten Spritze angesaugt wird.

Penisspitzenresektion (Urethrostomie)

Bei manchen Katern muss ein künstlicher Ausgang der Harnröhre geschaffen werden, weil die Penisspitze abgestorben oder die Harnröhre so blockiert ist, dass ein Katheterisieren einfach nicht möglich ist.

Als Notfallmaßnahme ist das selten nötig, bei manchen Katern wird eine Penisspitzenresektion —— auch Penismaputation genannt —— jedoch durchgeführt, weil sie immer wieder einen lebensbedrohlichen Harnstau entwickeln.

Viele Katzenbesitzer haben verständlicherweise Angst davor, dass dem Kater der Penis amputiert werden soll. Die Tiere kommen jedoch sehr gut mit dem künstlichen Ausgang zurecht und werden auch nicht inkontinent. Wenn eine Penisspitzenresektion bei Ihrem Kater notwendig sein sollte, können Sie ihm dadurch wieder ein unbeschwertes Leben ohne Schmerzen schenken.

Bei der Operation wird die entzündete, verstopfte oder abgestorbene Penisspitze entfernt, die Harnröhre in der Dammregion eröffnet und die Harnröhrenschleimhaut dort mit der Haut vernäht. So entsteht eine Öffnung, über die der Kater kontrolliert Urin absetzen kann, ähnlich wie eine Kätzin. Manche Tierärzte beschreiben diesen neuen Ausgang auch als "künstliche Scheide".

Wie groß ist die Gefahr, dass die Harnröhre des Katers wieder verstopft?

Hat ein Kater einmal eine verstopfte Harnröhre gehabt, ist die Gefahr leider recht groß, dass das Problem nach einiger Zeit wieder auftritt. Die Harnsteine können sich wieder bilden, wenn Ihr Kater nicht ganz konsequent eine Harnsteindiät frisst.

Wiederkehrende Blasenentzündungen (rezidivierende Zystitis, FLUTD) fördern einerseits das Wachstum von Harnsteinen und lassen andererseits die Schleimhaut der Harnröhre anschwellen, wodurch sie leichter verstopft. Deshalb sollte neben der Fütterung eines Diätfutters gegen Harnsteine auch regelmäßig der Urin auf Entzündungsanzeichen überprüft werden.

Je öfter ein Kater bereits eine verstopfte Harnröhre hatte, desto höher wird auch sein Rückfallrisiko, da die Harnröhre vernarben kann. Deshalb sollten Sie bei wiederholtem Auftreten der Harnröhrenverstopfung eine Penisamputation bei Ihrem Kater in Erwägung ziehen.

Näheres zur Diagnose und Behandlung von Harnsteinen bei Katzen finden Sie hier:

Harnsteine bei Katzen

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