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Hundekauf

Woran erkenne ich einen guten Hundezüchter?

© iStockphoto.com/Alexander Vasiljev

Hundekauf

Welpen sind einfach unwiderstehlich! Meist ist es schon beim ersten Anblick um uns geschehen. Das wissen leider auch unseriöse Welpenvermehrer, die ihr "Produkt" über die Mitleidsschiene verkaufen. Woran Sie erkennen, ob ein Hundezüchter seriös züchtet oder nur auf schnelles Geld aus ist, lesen Sie hier.

Sie wollen sich einen Hund anschaffen und wissen auch schon, welche Rasse es sein soll (Falls nicht, lesen Sie "Welcher Hund passt zu uns?"). Aber wie geht es nun weiter? Wie kommt man an einen vernünftigen Züchter? Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

1. Vorauswahl treffen

Besonders schön ist es, wenn eine gesunder, freundlicher, hübscher Traumhund in Ihrer Nachbarschaft wohnt und Sie über dessen Besitzer die Adresse des Züchters bekommen. Sofern Sie jedoch nicht das Glück haben, über private Kontakte an eine Züchteradresse zu gelangen, wird Ihre Suche nach einem Hundezüchter vermutlich im Internet starten. Achten Sie beim Surfen darauf, dass der Züchter:

  • einem Zuchtverein des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehört. Dann wissen Sie sicher, dass ein Zuchtwart darüber wacht, ob die Elterntiere gesund und nicht zu nah miteinander verwandt sind. Die Kontrollmechanismen der Zuchtvereine verhindern eine unkontrollierte "Massenproduktion" auf Kosten der Hundegesundheit
  • nicht zu weit von Ihnen entfernt wohnt, da Sie ihn vor dem Hundekauf besuchen sollten.

Sehr hilfreich ist die Züchtersuchfunktion auf der Seite des VDH, bei der Sie Ihre Suche nach Hunderassen und nach Postleitzahlenbereich eingrenzen können.

Vorsicht ist angesagt, wenn Ihnen Welpen im Internet oder in der Zeitung über Kleinanzeigen angeboten werden. Da wird viel geschrieben und wenig lässt sich überprüfen. Fragen Sie also kritisch nach und besuchen Sie den Züchter auf jeden Fall vor dem Kauf!

2. Der erste Kontakt zum Züchter 

Telefonieren Sie mit verschiedenen Hundezüchtern und achten Sie darauf, ob die Wellenlänge stimmt. Ein engagierter Hundezüchter wird nicht nur über seine Hunde erzählen, sondern Sie auch detailliert nach Ihren Lebensumständen fragen, nach Ihrer Erfahrung im Umgang mit Hunden und danach, welche Ansprüche Sie an Ihren Hund stellen.

Sie sollten ihn umgekehrt ebenso gründlich ausfragen. Wenn sowohl der Züchter als auch die Mutterhündin schon erfolgreich Welpen groß gezogen haben, wird ihre Routine den Welpen zugute kommen. Doch dürfen Zuchthündinnen auch nicht als Gebärmaschinen dienen. Seriöse Hundezüchter betreuen immer nur einen Wurf Welpen zur Zeit und züchten in der Regel auch nur mit einer Rasse. Wird Ihnen am Telefon signalisiert, dass jederzeit Welpen verfügbar sind, ist das kein gutes Zeichen. 

Sind schon Welpen da, fragen Sie:

  • Wie sind die Trächtigkeit und die Geburt verlaufen? Gab es Probleme?
  • Sind alle Welpen gesund und nehmen gut zu? Sind Welpen gestorben?
    Dass Hundewelpen bei der Geburt oder kurz darauf sterben, kommt vor. Der Züchter sollte Ihnen aber erklären können, woran es lag. Dazu gehört auch, dass er die Todesursache von einem Tierarzt feststellen lässt, um Missbildungen oder Infektionskrankheiten auszuschließen.
  • Hat die Hündin genügend Milch für alle Welpen? Kümmert sie sich um ihren Nachwuchs?
    Sind mehr Hundewelpen geboren als Zitzen da — also mehr als acht — kann es sein, dass der Züchter mit der Flasche zufüttern muss, damit alle satt werden. Welpen komplett mit der Flasche aufzuziehen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Werden dabei Fehler gemacht, kann auch das Sozialverhalten der Hundewelpen darunter leiden.

Werden Sie hellhörig, wenn Ihnen eine herzzerreißende Geschichte vom tragischen Tod der Hundemutter und liebevoller Handaufzucht der lebensschwachen Waisen oder Ähnlichem erzählt wird. Über diese Mitleidsmasche bringen Hundehändler gern ihr Produkt an den Käufer! So hart es ist, mit dem Kauf eines solchen Welpen fördern Sie die Nachschubproduktion und damit neues Hundeelend. Haben Sie den Verdacht, dass Sie hinters Licht geführt werden sollen, informieren Sie am besten Polizei oder Veterinäramt.

3. Ihr Eindruck vor Ort

Nichts ersetzt den Besuch beim Züchter. Ein seröser Züchter wird genau so interessiert daran sein, Sie kennenzulernen, wie Sie an ihm. Wenn Sie können, fahren Sie vor dem großen Tag der Abholung am besten mehrmals hin. Darauf sollten Sie bei Ihrem Besuch achten:

Umgebung:

  • Ist die Umgebung, in der die Welpen aufwachsen, sauber und ordentlich? Welpen machen Dreck und der muss mehrmals täglich entfernt werden, damit die Kleinen nicht durch ihre Exkremente laufen müssen und der Infektionsdruck z.B. für Würmer nicht zu hoch wird.
  • Haben Mutter und Welpen viel Kontakt zur Züchterfamilie? Das ist wichtig für die Sozialisierung der Welpen (siehe unten). Ein Zwinger mit Auslauf für die Hundefamilie kann eine schöne Sache sein, weil die Welpen zum Beispiel viel Platz haben und früh lernen, ihr Geschäft nur auf Gras zu verrichten und nicht auf Fliesen. Doch die Welpen müssen auch das Leben im Haus und Menschen jeden Alters kennen lernen dürfen.

Mutterhündin:

  • Wie reagiert die Hündin auf Ihren Besuch? Bleibt sie gelassen, wird sie hektisch oder verteidigt ihre Welpen aggressiv? Dass eine Hündin Ihre Welpen beschützen möchte, ist völlig in Ordnung. Sie sollte sich aber durch ihren Halter beruhigen lassen und Ihnen, wenn Sie etwas Abstand zu den Kleinen halten, freundlich begegnen. Respektieren Sie die Muttergefühle und stürzen Sie sich nicht ohne zu fragen auf den süßen Nachwuchs.
  • In welchem körperlichen Zustand ist die Hündin? Welpen zu säugen zehrt die Hündin ungemein aus. Eine Labrador-Hündin produziert beispielsweise bis zu 3 Liter Milch am Tag (mit 60% Fett und 31% Eiweiß!), während eine stillende Frau täglich etwa 750 ml Muttermilch produziert. Ein Züchter muss deshalb gut aufpassen, dass seine Hündin nicht klapperdürr wird.

Welpen:

  • Sind die Welpen lebhaft und neugierig? Gesunde Welpen laufen auf Sie zu und wollen mit Ihnen spielen. Es sei denn natürlich, Sie haben das Pech zur Schlafenszeit einzutreffen. Dann bitte möglichst nicht wecken.
  • Haben die Knirpse ein sauberes, glänzendes Fell und ebenso saubere, glänzende Augen? Verklebte Augen, Nasenausfluss, Husten oder Durchfall sind Alarmzeichen und müssen behandelt werden.

4. Diese Fragen sollten Sie stellen

  • Wann werden die Welpen abgegeben? Richtige Antwort: frühestens mit acht Wochen. Viel später sollte es aber auch nicht sein, da mit zwölf Wochen die Sozialisierung weitgehend abgeschlossen ist.
  • Welche Aktivitäten unternehmen Sie mit den Welpen? Ab der vierten Woche beginnt die Sozialisierungsphase der Welpen. Je mehr Dinge die Hunde jetzt im Beisein ihrer Mutter als normal und unbedenklich kennen lernen, desto gelassener werden sie als erwachsene Hunde darauf reagieren. Deshalb sollte der Züchter mit Mutter und Welpen beispielsweise Auto fahren, ihnen zum Beispiel Wasser zeigen, sie mit Kindern und möglichst auch anderen Tieren zusammen bringen.
  • Was fressen Welpen und Mutterhündin? Beide sollten ein hochwertiges Welpenfutter bekommen, damit sie mit der nötigen Energie zum Wachsen bzw. Säugen versorgt sind. Mehr zur Welpenfütterung lesen Sie im Beitrag "Die beste Ernährung für Hunde im Wachstum".
  • Wurden Hündin und Welpen entwurmt? Manche Parasiten werden schon im Mutterleib oder beim Säugen auf die Welpen übertragen. Deshalb sollte die Hündin schon während Trächtigkeit und Säugezeit entwurmt werden und die Welpen sollten Ihnen entwurmt übergeben werden.
  • Werden die Welpen vor der Abgabe geimpft und gechipt? Beides ist absolutes Muss. Bei der Abholung sollten Sie einen EU-Heimtierpass und die notwendigen Unterlagen zur Registrierung Ihres Hundes bei Tasso oder einer anderen Datenbank mitbekommen. 
  • Welchen Welpen würden Sie uns empfehlen? Gute Züchter achten bei der Welpenvergabe darauf, dass die Charaktere von Hund und zukünftigem Halter zusammenpassen. Sie werden einem Hundeanfänger in der Regel nicht den draufgängerischsten Welpen mitgeben.
  • Wie läuft die Abgabe der Welpen ab? Hier können Sie sich wertvolle Tipps holen, wie Sie Ihrem zukünftigen Welpen den Abschied von der Hundefamilie erleichtern (dazu mehr in unserem Welpenblog).

Tipps zum Weiterlesen

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