Bauchspeicheldrüse
Pankreasenzyme bei Hund und Katze richtig anwenden

Wenn die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht ausreichend eigene Enzyme bereitstellt, können Nährstoffe nicht optimal verwertet werden. Richtig gefüttert, sorgen Enzympräparate bei Hunden und Katzen dafür, dass die Verdauungskapazität, und damit die Nährstoffversorgung, verbessert wird. Viele Tierbesitzer sind jedoch verunsichert, denn es kursieren widersprüchliche Empfehlungen zur Fütterung. Hier verrät Ihnen Tierarzt Dr. Hölter
- Wie Sie Pankreasenzyme richtig dosieren.
- Ob Sie Enzympräparate im Futter einweichen lassen müssen.
- Welche Vorzüge die verschiedenen Enzympräparate haben.
- Woran es liegen kann, wenn die Pankreasenzyme bei Ihrem Hund bzw. Ihrer Katze “nicht wirken”.
Dr. Hölters Produktempfehlung: DiarDoc Zym
DiarDoc Zym ergänzt die tägliche Fütterung von Hunden und Katzen mit natürlichen Verdauungsenzymen für eine optimale Futterverwertung. Durch die Enzyme wird die Aufspaltung der Nahrung optimiert, sodass wertvolle Nährstoffe effizienter verwertet und dem Organismus besser zur Verfügung gestellt werden können.
- Von Tierärzten entwickelt
- Allergikerfreundliche Rezeptur
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Hinweis: DiarDoc Zym ist ein Ergänzungsfuttermittel und kein Arzneimittel. Es ersetzt keine tierärztliche Diagnostik und Behandlung. Bitte lassen Sie Ihr Tier bei Verdauungsbeschwerden, Gewichtsverlust oder Energiemangel tierärztlich untersuchen.
Wie oft muss ich meinem Hund bzw. meiner Katze Pankreasenzyme geben?
Pankreasenzyme müssen zu jeder Mahlzeit gegeben werden, um eine stabile Verdauung und Nährstoffaufnahme Ihres Tieres fördern zu können. Enzympräparate ergänzen die Verdauungsenzyme, die von der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Sie schließen die Futternährstoffe auf, damit der Körper sie aufnehmen und daraus Energie gewinnen kann.
Ohne diese Enzyme kann Ihr Hund oder Ihre Katze die Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus dem Futter nicht aufnehmen und sie “rauschen” unverdaut durch den Darm hindurch. Die Folgen sind Gewichtsverlust trotz Heißhunger, Blähungen und stinkender Durchfall, denn die Nährstoffe fehlen dem Stoffwechsel, binden stattdessen Wasser im Darm und werden von Dickdarmbakterien vergoren.
Das bedeutet leider auch, dass Ihr Hund oder Ihre Katze nichts zwischendurch fressen darf. Weder “Futter”, dass sich der Hund beim Spaziergang aus den Hecken klaubt, noch Leckerli oder andere Snacks wie etwa Kauknochen. Für Freigänger-Katzen bedeutet es leider, dass jede selbst gejagte Maus zum Problem werden kann, wenn sie gefressen wird.
Wie viel Pankreasenzyme braucht mein Hund bzw. meine Katze?
Wie viel Enzyme zugefüttert werden sollten, hängt von der Leistung der Bauchspeicheldrüse und vom Futter ab. Das Ziel der Enzymzugabe ist es, die Verdauungskapazität Ihres Tieres an die Zusammensetzung des Futters anzupassen. Je weniger Enzyme die Bauchspeicheldrüse selbst produziert, desto geringer ist die natürliche Kapazität. Um dennoch eine vollständige Nährstoffverwertung zu gewährleisten, gleichen hochwertige Ergänzungen diesen Mangel aus. Anfangs brauchen viele Tiere häufig eine höhere Menge Enzyme, später kann man oft weniger geben.
- Je weniger Enzyme die Bauchspeicheldrüse Ihres Tieres selbst produziert, desto mehr Enzyme müssen zugefüttert werden.
- Je schlechter der Zustand des Dünndarms (z.B. bei länger anhaltendem Durchfall), desto mehr Enzympulver benötigt Ihr Tier.
- Je fettreicher das Futter ist, desto höher müssen Sie die Pankreasenzyme dosieren.
Was heißt das nun für Ihren Hund oder Ihre Katze? Dosieren Sie die Pankreasenzyme anfangs so, wie vom Hersteller angegeben. Bei einer Von-Bis-Fütterungsempfehlung, starten Sie mit der höheren Fütterungsmenge.
Sind Verdauung und Körpergewicht Ihres Tieres im normalen Bereich, können Sie probieren, die empfohlene Fütterungsmenge etwas zu reduzieren. Hatte Ihr Tier längere Zeit Verdauungsprobleme wie Durchfall, ist in der Regel eine längere Fütterung der hohen Enzymmenge sinnvoll, denn die Darmschleimhaut braucht dann mehr Zeit, um sich zu regenerieren und wieder so genannte “Bürstensaumenzyme” zu bilden, die die Pankreasenzyme bei ihrer Arbeit unterstützen. Auch ein guter Vitamin-B12-Blutwert (siehe nächster Abschnitt) ist für die Regeneration des Darms wichtig. Bitte lassen Sie sich tierärztlich zur Enzymfütterung beraten, wenn Ihr Tier chronische Verdauungsbeschwerden hat.
Warum helfen die Pankreasenzyme bei meinem Hund bzw. meiner Katze nicht richtig?
Dass die Enzymfütterung die Futterverwertung bei Ihrem Tier nicht wie erwartet verbessert, kann an einer starken Bauchspeicheldrüsenschwäche (exokrine Pankreasinsuffizienz) liegen, die eine tierärztliche Begleitung erfordert (siehe unten), häufig jedoch auch an einer nicht optimalen Fütterung der Enzyme oder einer unausgewogenen Fütterung.
Normalisiert sich die Verdauung Ihres Hundes oder Ihrer Katze mit der vom Hersteller angegebenen Dosierung nicht, können Sie in Absprache mit Ihrem Tierarzt bzw. Ihrer Tierärztin probieren, diese schrittweise etwas zu erhöhen, bevor Sie enttäuscht zu einem anderen Präparat wechseln. Häufig stellt sich der erhoffte Erfolg aber auch ein, wenn Sie etwas an der Fütterung verändern, zum Beispiel zu einem leichter verdaulichen Futter wechseln oder häufiger kleine Mengen füttern.
Medizinische Gründe für eine schlechte Fütterung trotz Enzymgabe sind zum Beispiel:
Bei manchen Hunden und Katzen mit Bauchspeicheldrüsenschwäche ist der Darm so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass er besondere tierärztliche Unterstützung braucht. Ist der Dünndarm mit Bakterien überwuchert, die dort nicht hingehören (small intestinal bacterial overgrowth = SIBO), muss dies vom Tierarzt behandelt werden, damit der Durchfall sich bessern kann. Einen Hinweis auf eine SIBO kann z.B. der Folsäurespiegel im Blut Ihres Tieres geben.
Ist der Magen Ihres Tieres übersäuert, wird ein größerer Teil der Enzyme bereits im Magen zerstört. Hier können Magenmedikamente helfen, die Ihr Tierarzt verordnen kann.
Viele Hunde und Katzen mit Pankreasinsuffizienz leiden außerdem unter einem Vitamin-B12-Mangel, der Durchfall und Erbrechen zur Folge haben kann, da die Bauchspeicheldrüse für die Aufnahme dieses Vitamins in das Blut wichtig ist. Der Vitamin-B12-Spiegel sollte unbedingt regelmäßig untersucht werden. Bei einem Mangel muss das Vitamin gespritzt werden.
Wie oft soll ich meine Katze oder meinen Hund mit Pankreasinsuffizienz füttern?
Hunde und Katzen mit einer schlechten Futterverwertung sollten so oft und so regelmäßig wie möglich gefüttert werden. Dies gilt für Tiere, die an einer Pankresinsuffizienz erkrankt sind ebenso wie für gesunde Hunde und Katzen mit hohem Energiebedarf, deren Verdauungskapazität an ihre Grenzen kommt
Häufiger kleine Mengen Futter zu geben statt einer oder zwei großen Mahlzeiten, entlastet die Bauchspeicheldrüse und den Magen-Darm-Trakt. Lässt es sich mit Ihrem Tagesablauf vereinbaren, teilen Sie die Futtermenge Ihres Hundes zumindest anfangs auf vier oder gar fünf bis sechs kleine Mahlzeiten täglich auf.
Auch wenn Sie ein sehr vielbeschäftigter Hunde- oder Katzenhalter sind, können Sie Ihrem Tier drei Futterportionen täglich anbieten, wenn Sie einmal morgens füttern, einmal am Nachmittag oder frühen Abend und einmal spät abends, bevor Sie ins Bett gehen.Viele Hunde mit Bauchspeicheldrüsenschwäche kommen auf lange Sicht auch mit zwei Mahlzeiten am Tag gut zurecht, wenn die akuten Magen-Darm-Probleme erst einmal im Griff sind.
Katzen nehmen von Natur aus gern um die 15 Mal täglich einen kleinen Snack zu sich. Deshalb stellen viele Katzenbesitzer morgens einen Napf mit Trockenfutter hin, an dem sich die Katze den Tag über bedienen kann. Leider ist es bei dieser Art der Fütterung schwierig zu gewährleisten, dass die Katze auch immer Enzyme mit aufnimmt, selbst wenn Sie ein Pulver oder Granulat dazugeben. Im schlechtesten Fall haben Sie nachher das Pulver noch im Napf. Deshalb ist es auch bei Katzen mit Bauchspeicheldrüsenschwäche sinnvoll, mehrere kleine Mahlzeiten frisch zuzubereiten und vielleicht das Trockenfutter ein wenig anzufeuchten (wenn die Samtpfote das mitmacht), damit die Enzympräparate an den Trockenfutterbrocken haften bleiben. Bekommt Ihre Katze Nassfutter, sollten Sie ohnehin jede Mahlzeit frisch anrichten, da es schnell unhygienisch wird, wenn Nassfutter länger im Napf stehen bleibt.
Eine regelmäßige Fütterung hat den Vorteil, dass der Magen-Darm-Trakt Ihres Tieres pünktlich zur Fütterungszeit alle Verdauungssäfte fließen lässt und so optimal arbeiten kann. Das vor allem Hunde in Puncto Fütterung eine sehr zuverlässige innere Uhr haben, wissen alle Hundebesitzer, die schon öfter sanft aber bestimmt von einer sabbernden Hundeschnauze auf dem Knie ans Füttern erinnert wurden.
Muss ich die Pankreasenzyme im Futter einweichen lassen?
Unsere Antwort auf die Frage, ob Pankreasenzyme im Futter einweichen müssen, ist ein klares "Normalerweise nicht, aber ..."
Es ist noch nicht lange her, da haben Tierärzte grundsätzlich empfohlen, die Enzympräparate mit dem Futter zu mischen und einige Stunden einwirken zu lassen, damit das Futter schon im Napf “vorverdaut” wird.Inzwischen sieht man das jedoch nicht mehr so streng. Sehr zur Freude vieler Hunde, Katzen und ihrer Besitzer, die sich nicht mit dem streng riechenden Aroma der vorverdauten Nahrung anfreunden konnten.
Es hat sich herausgestellt, dass die Enzyme im Dünndarm, ihrem natürlichen Arbeitsplatz, am besten arbeiten. Sie brauchen den alkalischen pH-Wert des Dünndarms, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Es kommt also darauf an, die Enzyme möglichst unbeschadet durch den Magen zu bringen, denn sind sie zu lange der aggressiven Magensäure ausgesetzt, werden sie zerstört. Um dies zu verhindern, arbeiten die Hersteller mit verschiedenen Zubereitungen (siehe nächster Abschnitt).
Und jetzt das Aber: Einige Hunde- und Katzenbesitzer berichten, dass es ihren Tieren besser geht, wenn sie die Enzyme im Napf einwirken lassen. Falls Ihr Tier also nicht gut zurecht kommt, wenn Sie die Enzyme frisch zugeben, ist auch das Einweichen zumindest einen Versuch wert.
Pulver, Tabletten, Kapseln: Welches Enzympräparat soll ich meinem Hund bzw. meiner Katze geben?
Enzympulver oder Granulat lassen sich am besten mit dem Futter vermischen und können dadurch in der ganzen Futterportion die Nährstoffe gleichmäßig aufschließen. Doch auch Tabletten und Co haben ihre Vorteile.
Pulver lässt sich gut mit dem Futter vermischen, doch bietet es der Magensäure viel Angriffsfläche, sodass unter Umständen ein kleinerer Teil der Enzyme im Dünndarm noch aktiv werden kann. Braucht Ihr Tier ein Futter mit höherem Fettgehalt (siehe Fütterung) oder leidet es unter einer gereizten Magenschleimhaut, Magenübersäuerung oder Gastritis, ist ein Enzympulver unter Umständen nicht optimal.
Ein mikroverkapseltesGranulat lässt sich praktisch ebenso gut im Futter verteilen wie ein Pulver, bietet aber den Vorteil, dass es weniger leicht der Magensäure zum Opfer fällt. Es gelangen also mehr aktive Enzyme in den Dünndarm und können dort arbeiten, sodass Sie in der Regel mit einer niedrigen Dosierung auskommen, was den höheren Preis des in der Herstellung anspruchsvollen Granulats wieder ausgleichen kann. Inzwischen wurden jedoch alle tiermedizinischen Enzymgranulate vom Markt genommen, sodass nur noch humanmedizinische Produkte infrage kommen, die keine Nahrungsergänzungen sind, sondern Arzneimittel. Diese können tierärztlich verschrieben werden, wenn tiermedizinische Produkte nicht vertragen werden.
Manche Hunde und Katzen lehnen ihr Futter ab, wenn es mit Enzympulver vermischt wurde. Für diese Fälle gibt es Tabletten oder Kapseln, die zur Not auch direkt vor dem Füttern mit einem Leckerbissen untergemogelt werden können. Enzymtabletten und Enzymkapseln sind auf Reisen praktisch und lassen sich, gerade bei kleinen bis mittelgroßen Tieren, sehr einfach dosieren.
Mein Hund bzw. meine Katze ist Allergiker und verträgt die Pankreasenzyme nicht. Was kann ich tun?
Ist Ihr Hund bzw. Ihre Katze zusätzlich zur Pankreasinsuffizienz auch Futterallergiker, gibt es speziell für diesen Fall Enzympulver auf hypoallergener Basis, wie unser Dr. Hölter DiarDoc Zym oder das Almazyme HA von Almapharm. Das Pankreaspulver in allen Ergänzungsfuttermitteln für Hunde und Katzen (und auch in den gängigen humanmedizinischen Produkten) stammt vom Schwein. Sollte Ihr Tier speziell auf Schweine-Eiweiß allergisch reagieren, können Sie auch Pankreas vom Rind ausweichen. Dies ist entweder in Ihrer Region schlachtfrisch erhältlich oder wird tiefgefroren versendet. Inzwischen gibt es auch Enzymprodukte für Menschen mit Enzymen aus Pilzen und Pflanzen, mit deren Fütterung bei Hunden und Katzen bisher jedoch noch wenig Erfahrungen bestehen.
Noch Fragen? Dr. Hölter und sein Team helfen Ihnen gern weiter.












