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Katzenernährung

Zucker im Katzenfutter

Zucker sorgt für eine ansprechende Farbe der Feuchtfuttersoße. © iStockphoto.com/MaszaS

Katzenernährung

Viele Katzenbesitzer lehnen Zucker im Futter ab, weil sie Karies, Übergewicht, Diabetes oder einen Suchteffekt befürchten. Was ist dran an diesen Sorgen?

Macht Zucker im Katzenfutter die Katzen süchtig?

Viele Katzenfreunde vermuten, dass der Zuckerzusatz dazu dient, den Geschmack zu verbessern. Der süße Geschmack mache die Katzen süchtig und verleite sie dazu, mehr zu fressen als gut für sie ist, heißt es oft.

Dieser Verdacht ist jedoch glücklicherweise unbegründet: Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für die Geschmacksrichtung "süß". Geschmacklich ist ihnen der Zuckergehalt im Katzenfutter also völlig egal. Ob eine Katze ein Futter lecker findet, hängt in erster Linie vom darin enthaltenen Eiweiß ab. 

Übrigens: Ist "Zucker" deklariert, handelt es sich immer um Haushalts- oder Kristallzucker (Sukrose, Saccharose), nicht um andere Zuckerarten wie Traubenzucker oder Milchzucker.  

Was soll der Zucker im Katzenfutter?

Menschen, die auf gesunde Ernährung achten, meiden Zucker. Warum also setzen Katzenfutterhersteller ihren Produkten eine Zutat zu, die ein so schlechtes Image hat?

Das Auge isst mit

Der Zucker im Katzenfutter dient in den meisten Fällen gar nicht dem Wohlgefallen der Katzen, sondern dem ihrer menschlichen "Dosenöffner", denn: Zucker karamellisiert bei hohen Temperaturen und verleiht dem Feuchtfutter bzw. der Soße eine hübsche karamellbraune Farbe. Ohne Karamell bleibt die Soße hell. Um den Karamelleffekt zu erzielen, braucht es nicht mehr als 0,5 % Zucker im Katzenfutter.

Lebensmittel für den menschlichen Verzehr, die 0,5% Zucker enthalten, dürfen übrigens als "zuckerfrei" deklariert werden.

Bei manchen halbfeuchten Futtermitteln (Wassergehalt von 15 bis 35 %) wird der Zucker allerdings zur Konservierung eingesetzt, da sie leichter verderblich sind als ein Trockenfutter. Halbfeuchte Futtermittel sind meist Snacks, die als Leckerli zwischendurch gegeben werden. Der Zuckergehalt zur Konservierung ist höher, weshalb diabetische Katzen lieber keine halbfeuchten Snacks bekommen sollten.

Trockenfutter wird kein Zucker zugesetzt, es sind jedoch geringe Mengen Zuckerverbindungen enthalten, die natürlicherweise in den verwendeten Getreideprodukten vorkommen. Der Gesamtzuckergehalt im Produkt liegt unter 1 Prozent (pro 100 g OS).

Wie viel Zucker essen wir Menschen eigentlich täglich?

Die WHO empfahl lange Zeit, maximal 10 % der täglichen Kalorienmenge in Form von Zucker aufzunehmen. Inzwischen wurde die Empfehlung auf 5 % reduziert. Ein durchschnittlicher Erwachsener dürfte demnach etwa 50 g Zucker täglich bzw. nach der neuen Empfehlung 25 g Zucker täglich zu sich nehmen.

Laut einer Spiegel-Veröffentlichung 2012 hat jeder Deutsch 2010/2011 durchschnittlich 37 kg Zucker pro Jahr konsumiert (Der Spiegel 36/2012). Geteilt durch 365 Tage ergibt das mehr als 100 g Zucker täglich. Im Gegensatz zu Katzen sind wir eben leider tatsächlich anfällig für die Zuckersucht. 

Zum Vergleich: Rechnet man mit 4 kcal je Gramm Zucker und 100 kcal täglichem Energiebedarf einer durchschnittlichen schlanken Katze, dann machen 0,5 % Zucker in einem hochwertigen Nassfutter gerade einmal 2,4 % der täglichen Kalorienmenge aus.

Macht Zucker Katzen dick und zuckerkrank?

Zucker macht dick und Übergewicht erhöht das Diabetesrisiko. Das ist bei uns Menschen mit Sicherheit so. Interessanterweise ist der Zusammenhang bei Katzen nicht so einfach, was auf ihre speziellen Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist.

Da Übergewicht inzwischen ein sehr weit verbreitetes Problem bei Hauskatzen ist, gibt es zahlreiche Studien, die untersucht haben, was Katzen dick macht. Dabei konnten mehrere Risikofaktoren identifiziert werden, z.B.:

  • Bewegungsmangel
  • ad-libitum-Fütterung (Die Katze kann sich nach Belieben an einem immer gut gefüllten Napf bedienen.)
  • fett- bzw. energiereiches, schmackhaftes Futter

Trockenfutter wird häufig "ad libitum" gefüttert, weil es einfach praktisch ist. Gleichzeitig ist es im Vergleich zu Nassfutter sehr energiereich, weil es nur wenig Feuchtigkeit enthält, also alle Nährstoffe quasi konzentriert wurden, während im Nassfutter bis zu 80% Wasser enthalten sind. 

Der Verdacht, dass die Kohlenhydrate (einschließlich der einfachen Zuckerverbindungen) im Trockenfutter für Übergewicht und Diabetes verantwortlich sind, wurde jedoch durch Studien mit kohlenhydratfreiem Trockenfutter widerlegt. Der natürliche Zuckergehalt im Trockenfutter, der bei weniger als 1% liegt, macht mit Sicherheit keine Katze dick und würde auch keinen Menschen dick machen.

Und wie ist es mit Diabetes? Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Übergewicht das Diabetes-Risiko bei Katzen drastisch erhöht. Hingegen konnten auch Langzeitfütterungsstudien mit kohlenhydratreichen Trockenfuttern keine Einflüsse auf die Insulinausschüttung oder die Insulinwirkung bei Katzen nachweisen — auch lebenslanger Trockenfutterkonsum hatte also kein höheres Diabetesrisiko zur Folge. 

Bei bereits an Diabetes erkrankten Katzen ist es allerdings sinnvoll, sie kohlenhydratarm zu ernähren, um den Blutzuckerspiegel konstanter zu halten und den Insulinbedarf zu senken.

Ist Zucker schlecht für Katzenzähne?

Jedes Kind weiß, dass Zucker Karies verursacht. So ist das beim Menschen, aber wie ist es bei der Katze?

Eine dem Menschen vergleichbare Karieserkrankung wurde bei Katzen bisher nicht festgestellt.

Allerdings gibt es eine ähnliche Erkrankung, die "Neck Lesions" oder "FORL" genannt wird. Deren Ursache ist bisher nicht geklärt. Sie kommt aber ebenso bei wild lebenden und nicht mit Fertigfutter ernährten Katzen vor wie bei Hauskatzen.

Dass Katzen sich um Karies keine Sorgen machen müssen liegt wohl auch daran, dass in ihrer Maulhöhle die Bakterien, die uns Menschen die Karies bescheren (v.a. Streptococcus mutans), gar nicht vorkommen. Diese Bakterien bilden beim Abbau von Zucker Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und so Karies auslösen. Im Katzenmaul ist der pH-Wert deutlich höher als beim Menschen, dadurch werden gebildete Säuren neutralisiert und die säurebildenden Bakterien fühlen sich in so einem Umfeld auch nicht wirklich wohl.

Wie viel Zucker bzw. wie viel Kohlehydrate vertragen Katzen?

Zucker gehört zu den einfachen, leicht verdaulichen Kohlenhydraten und ist neben Stärke (Mehrfachzucker = Polysaccharid) z.B. in Getreide enthalten. Getreide in Form von Weizen, Reis oder Mais findet sich normalerweise in Trockenfutter für Katzen, da es für den Backvorgang und die Stabilität der Kroketten wichtig ist. 

Katzen haben sich an eine kohlenhydratarme Ernährung angepasst und ihr Stoffwechsel bevorzugt Eiweiße als Energieträger. Trotzdem sind sie in der Lage, Kohlenhydrate zu verdauen und als Energieträger zu nutzen. Erst bei relativ hohen Stärke- oder Zuckergehalten zeigen Katzen Verdauungsprobleme wie z.B. Durchfall.

Wissenschaftler haben für Katzen nachweislich sichere Gehalte (sichere obere Grenzwerte, NRC 2006) an verschiedenen Kohlenhydraten bzw. Zuckerverbindungen definiert: 

  • 50—150 g/kg Trockensubstanz für Traubenzucker (Glukose) und Kristallzucker (Sukrose)
  • 50 g/kg TS für Milchzucker (Laktose)
  • 240 g/kg TS Stärke

Für Stärke konnten Forscher seit Formulierung dieser Grenzwerte nachweisen, dass auch Futtermittel mit fast 400 g/kg TS vertragen wurden.

 

 

 

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  • Thema "Zucker in Katzenfutter" wirklich hilfreich aufgearbeitet!

    Umfassend recherchiert, aufgearbeitet und erläutert, nimmt dem Halter viele Zweifel und Unsicherheiten. Großes Dankeschön! C7576