Idealgewicht: Studien zufolge kann sowohl Übergewicht als auch Untergewicht den Verlauf einer Demenz bei Hunden negativ beeinflussen.
Die meisten Hundesenioren neigen zu Übergewicht, weil sie sich weniger bewegen. Deshalb enthält Seniorfutter in der Regel mehr Ballaststoffe und weniger Kalorien, damit Ihr Senior länger satt bleibt und keinen Altersspeck ansetzt.
Hunde mit fortgeschrittener Demenz fressen jedoch oft schlecht und magern ab. Ältere Hunde mit Untergewicht bauen schnell Muskeln ab, wodurch sie noch gebrechlicher werden. Hunde mit Demenz, die wenig fressen, brauchen daher ein energiereicheres, leicht verdauliches Futter mit besonders hochwertigem Eiweiß, um den Muskelabbau zu verhindern und sie vor Abmagerung zu schützen.
Individuelle Anpassung der Fütterung: Je nach Stadium der Demenz Ihres Hundes muss die Fütterung unter Umständen verändert werden. Neben der Umstellung auf leicht verdauliches Futter bei Untergewicht kann es zum Beispiel auch nötig sein, auf weiche Nahrung umzustellen, wenn Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken auftreten. Bei Appetitmangel kann es helfen, Feuchtfutter leicht aufzuwärmen (handwarm), damit Hunde mit Demenz den Geruch des Futters besser wahrnehmen können.
Welche Nährstoffe unterstützen eine gesunde Hirnfunktion?
Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen von Nervenzellen. Für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und eine gesunde Gehirnfunktion ist vor allem die Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) wichtig. Hochwertiges Seniorfutter ist in der Regel mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA angereichert. Sie können die Omega-3-Fettsäuren aber auch durch Fischöl (von Kaltwasserfischen, z.B. Lachsöl) oder Algenöl ergänzen. Pflanzliche Öle wie Leinöl enthalten Vorstufen von EPA und DHA, die vom Hund erst umgewandelt werden müssen, um als DHA im Gehirn genutzt werden zu können. Diese Umwandlung ist bei alten Hunden jedoch nur in geringem Maße möglich, weshalb wir Leinöl nicht als Omega-3-Quelle für Hunde mit Demenz empfehlen.
Mittelkettige Fettsäuren (MCT): MCT können den Hirnzellen als alternative Energiequelle dienen und die Hirnfunktion bei alten Hunden verbessern helfen. Denn bei alten Hunden mit Demenz ist die Versorgung des Gehirns mit Glukose (seiner Hauptenergiequelle) oft gestört. Alte Hunde, deren Ernährung mit 5,5% MCT angereichert wurde, zeigten in einer Studie nach drei Monaten bessere Lernfähigkeit und Orientierung als Hunde der Vergleichsgruppe. Da Sie relativ viel MCT-Fett benötigen, um einen Effekt zu erzielen, sollte die Ernährung des Hundes entsprechend angepasst werden, damit Ihr Hund kein Übergewicht entwickelt. Ihr Tierarzt kann Sie beraten, ob eine MCT-reiche Ernährung für Ihren Hund geeignet ist.
Antioxidantien und B-Vitamine: Eine mit Antioxidantien und B-Vitaminen angereicherte Ernährung kann helfen, oxidativen Stress im Gehirn zu reduzieren, welcher mit dem Altern und dem Fortschreiten der Demenz in Verbindung steht.
Entspannungsfördernde Zusätze: Hunde mit Demenz sind leichter gestresst, reagieren häufiger ängstlich und sind öfter unruhig, vor allem nachts. Neben Medikamenten können auch bestimmte Nährstoffe dazu beitragen, den Stresslevel alter Hunde zu senken und einen ruhigen Schlaf zu fördern, z.B. die natürliche Aminosäure L-Tryptophan, aus der Serotonin gebildet werden kann. Ein hoher Serotoninspiegel kann einen positiven Einfluss auf die Stimmung und den Schlaf von Hunden haben.