
Dr. Hölter
Kokosmehl wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen, nachdem ein Großteil des Öls abgepresst wurde. Übrig bleibt ein feines Mehl, das von Natur aus getreide- und glutenfrei ist und sich daher gut für die allergenarme Fütterung von Hunden und Katzen eignet.
Kokosmehl ist ausgesprochen ballaststoffreich – rund ein Drittel seines Gewichts besteht aus Ballaststoffen. Diese Fasern werden im Dünndarm von Hunden und Katzen nicht verdaut, sondern unterstützen eine normale, regelmäßige Verdauung und eine normale Kotkonsistenz. Im Dickdarm werden sie zum Teil von der Darmflora fermentiert, dienen also als Präbiotika (Nahrung für nützliche Darmbakterien). Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, vor allem Butyrat, das als bevorzugte Energiequelle der Dickdarm-Schleimhautzellen gilt.
Ernährungsphysiologisch liefert Kokosmehl zudem Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen. Aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts gehen die enthaltenen Kohlenhydrate vergleichsweise langsam ins Blut über – Kokosmehl zählt damit zu den Zutaten mit niedrigem glykämischen Index.
Das im Kokosmehl verbliebene Kokosfett enthält von Natur aus mittelkettige Fettsäuren (MCT). MCT werden anders verstoffwechselt als die meisten Nahrungsfette: Sie gelangen überwiegend direkt über das Blut zur Leber, statt über die Lymphe, und benötigen für ihre Aufnahme kaum Gallensäuren oder Bauchspeicheldrüsen-Sekrete. Deshalb gelten sie als gut verträgliche Energieform, wenn die Fettverdauung gestört ist oder die Bauchspeicheldrüse geschont werden soll. In der Leber können MCT zu Ketonkörpern umgebaut werden – einer alternativen Energiequelle, die besonders das Gehirn älterer Tiere nutzen kann.