Chronischer Juckreiz
Hautpflege für Katzen und Hunde mit Allergien

Weshalb ist die Hautpflege bei Allergikern so wichtig?
Die Hautpflege dient bei Allergikern vor allem drei Dingen:
- Im Fell hängende Allergene sollen entfernt werden, damit sie gar nicht erst eine allergische Reaktion auslösen können; z.B. durch Baden.
- Die bei Allergikern beeinträchtigte Barrierefunktion der Haut soll gestärkt werden und so trockener Haut entgegengewirkt werden; durch Shampoos, Sprays oder Hautkuren.
- Mit speziellen desinfizierenden Shampoos oder Sprays sollen begleitende Hautinfektionen mit Bakterien oder Hefen eingedämmt werden.
Mehr Tierarztwissen zu allergisch bedingten Hautproblemen finden Sie unter: Atopische Dermatitis - Allergische Hauterkrankungen bei Hund und Katze.
Wie lassen sich Allergene aus dem Fell entfernen?
Die einfachste Methode ist, Ihr Tier regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch abzuwischen; Hunde mit Pollenallergien am besten nach jedem Spaziergang.
Sehr effektiv ist auch, allergischen Hunden nach jedem Spaziergang die Pfoten mit kühlem Wasser abzuwaschen. Das entfernt ebenfalls Allergene und lindert Reizungen, vor allem wenn Sie etwas mildes Shampoo mit Feuchtigkeitsspendern wie Haferextrakt ins Wasser geben, z.B. DermAllay Oatmeal sensitive Shampoo.
Trocknen Sie die Pfoten bitte gut ab, da Feuchtigkeit zwischen den Zehen das Wachstum von Hefepilzen (Malassezien) begünstigt.
Leidet Ihr Hund bereits unter entzündeten Pfoten, hilft ein Pfotenschuh (auch "Bootie" genannt), sie während des Spaziergangs vor mechanischer Reizung und Allergenkontakt zu schützen. Reinigen Sie den Pfotenschuh bitte regelmäßig, da sich auch im feucht-warmen Milieu des Pfotenschuhs gern Hefen und Bakterien vermehren.
Am gründlichsten entfernen Sie Allergene natürlich, wenn Sie Ihr Tier regelmäßig mit milden mediznischen Shampoos Duschen oder Baden, sofern das möglich ist.
Was muss ich beachten, wenn ich mein Tier shampoonieren will?
Achten Sie beim Waschen auf:
- eine rutschfeste Unterlage
- eine Wassertemperatur, die sich für uns kühl anfühlt (körperwarmes Wasser kann Kreislaufprobleme auslösen). Im Sommer tut es auch der Gartenschlauch.
- ein möglichst sanftes, ruhiges Vorgehen. Gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner mit viel Ruhe an die Prozedur, schließlich wollen Sie sie öfter durchführen und dabei nicht jedes Mal einen Ringkampf provozieren.
Verzichten Sie bitte darauf, das nasse Fell zu kämmen oder es trocken zu föhnen. Gründliches Abtrocknen reicht!
Am besten geeignet sind für Allergiker milde, hypoallergene Shampoos mit Feuchtigkeitsspendern. Sie sollten auf jeden Fall auf den pH-Wert der Hundehaut abgestimmt sein, welcher höher liegt als der menschlicher Haut. Bei Problemen mit Schuppenbildung und Infektionen sind auch mild desinfizierende und die Schuppenbildung regulierende Shampoos sinnvoll, jedoch im Normalfall keine scharfen Schuppenlöser oder antibakteriellen Shampoos. Für Allergiker mit trockener, zu Juckreiz neigender Haut empfehlenswert sind beispielsweise folgende Shampoos:
Medizinische Shampoos benötigen eine gewisse Einwirkzeit, um ihre Wirkung entfalten zu können. Sie liegt je nach Produkt zwischen 3 und 10 Minuten und erst danach sollte das Fell gründlich ausgespült werden. Am besten überlegen Sie sich vorher, wie Sie Ihr Tier so lange ruhig halten können – zum Beispiel, indem Sie zwischendurch immer wieder einen Futterbrocken aus der Hand füttern ...
Mehr zur Haut und zum Shampoonieren von Hunden finden Sie auch unter: Darf man Hunde mit normalem Shampoo waschen?
Wie häufig soll ich mein Tier waschen?
Baden Sie Ihren Allergiker nach Bedarf und nicht stur nach Schema! Zu häufiges Baden kann die Haut austrocknen und Juckreiz verstärken, also das Gegenteil von dem bewirken, was wir eigentlich wollen. Am besten besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Tierarzt, wie oft Sie Ihr Tier shampoonieren sollten. In manchen Fällen kann das anfangs sogar täglich sein, später zweimal pro Woche oder nur noch alle ein bis zwei Wochen.
Sinnvoll ist häufiges Baden beispielsweise, wenn gerade die Pollen fliegen, gegen die Ihr Tier allergisch ist, oder wenn Sie feststellen, dass der Juckreiz nach längerer Badepause wieder zunimmt.
Falls Sie wahrnehmen, dass bei häufigem Baden der Juckreiz eher zunimmt als abnimmt, sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt. Es kann sein, dass Sie zu häufig baden und die Haut zu trocken ist, oder dass ein anderer Juckreiz-verstärkender Faktor mit im Spiel ist.
Was bringen Sprays, Lotionen und Spot-ons zur Hautpflege bei Allergikern?
Lokal aufzutragende Sprays, Lotionen etc. sollen in der Regel der zur Trockenheit neigenden Allergikerhaut Feuchtigkeitspenden sowie gleichzeitig Reizungenlindern und die RegenerationderHaut fördern. Mit manchen Feuchtigkeitssprays können Sie Ihr Tier einfach großflächig einsprühen, andere Präparate eignen sich eher zur Behandlung kleinerer gereizter bzw. entzündeter Hautstellen.
Hautpflegeprodukte sollten bei Katzen möglichst nur an Stellen aufgetragen werden, wo sie nicht abgeleckt werden können (Kopf, Nacken).
Und dann gibt es noch die Spot ons mit essenziellen Ölen bzw. Fettsäuren und Ceramiden, die im Nackenbereich (bei großen Hunden entlang des Rückens) aufgetragen werden und die Hautbarriere stärken. Ähnliche "Ampullen" kennen wir auch aus der Kosmetikbehandlung oder zur medizinischen Pflege bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Sie können bei akuten Problemen alle paar Tage angewendet werden und später zur langfristigen Unterstützung der normalen Hautfunktion etwa einmal im Monat.
Wenn diese Präparate an ihre Grenzen stoßen, weil Ihr Tier an hartnäckigen Entzündungen oder Infektionen und wunder Haut leidet, fragen Sie Ihren Tierarzt, welche Möglichkeiten der lokalen Behandlung er Ihnen empfiehlt. Sinnvoll sind in der Regel milde desinfizierende Shampoos und Pflegeprodukte, z.B. mit Chlorhexidin, doch sollte ein Tierarzt überprüfen, ob deren Anwendung im speziellen Fall sinnvoll bzw. ausreichend ist.
Es gibt außerdem sehr gute verschreibungs- oder apothekenpflichtige Medikamente zur lokalen Hautpflege, zum Beispiel gut verträgliche kortisonhaltige Sprays oder Salben.
Hautpflege von innen
Bei chronischen allergischen Hauterkrankungen benötigt der Organismus spezielle Nährstoffe, um die Regeneration von Haut und Fell zu fördern. Essenzielle Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und können sich deshalb positiv auf eine atopische Dermatitis auswirken. Linolsäure ist ebenfalls essentiell, kann also vom Körper nicht selbst gebildet werden, und besonders wichtig für die Hautbarriere.
Haut und Darm stehen in enger Verbindung. Ein Großteil des Immunsystems sitzt im Darm, und eine ausgewogene Darmflora trägt wesentlich dazu bei, dass Immunreaktionen – die bei Allergien überschießend ablaufen – in geordneten Bahnen bleiben. Hunde mit atopischer Dermatitis haben laut einer Studie (Rostaher et al. 2022) ein deutlich weniger vielfältiges Darm-Mikrobiom sowie eine geringere Anzahl nützlicher Darmbakterien auf als gesunde Hunde, was auch die Funktion der Darmbarriere beeinträchtigt. Diese Veränderungen können Allergiesymptome verstärken und die Entstehung neuer Allergien begünstigen. So wie die Hautbarriere bei Allergikern durchlässiger ist und Allergene leichter eindringen lässt, kann auch eine gestörte Darmbarriere dazu führen, dass unerwünschte Stoffe vermehrt mit dem Immunsystem in Kontakt kommen. Das ist ein Grund für das häufige gemeinsame Auftreten von Umwelt- und Futterallergien.
Für Allergiker lohnt es sich daher, nicht nur die Haut, sondern auch den Darm im Blick zu behalten – gerade wenn Ihr Tier zusätzlich zu Hautproblemen immer wieder mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen hat. Prä- und Probiotika wie DiarDoc Pro können eine ausgeglichene Darmflora und damit die natürliche Barrierefunktion des Darms unterstützen.
Die Haut selbst können Sie von innen mit SkinDoc unterstützen: Es kombiniert Palmitoylethanolamid (PEA), MSM und Beta-Glucane mit Biotin, weiteren B-Vitaminen und Vitamin E – Nährstoffe, die einen ausgeglichenen Hautstoffwechsel und die Regeneration der Hautbarriere fördern können. Eine sinnvolle Ergänzung zur äußerlichen Pflege, besonders bei Tieren, die zu Juckreiz und trockener, schuppiger Haut neigen.
Da viele Umwelt-Allergiker auch unter Futterunverträglichkeiten leiden, ist häufig eine tierärztlich verordnete Allergikerdiät sinnvoll. Allergiefutter von Premium-Herstellern enthalten alles, was Ihr Tier für gesunde Haut und schönes Fell benötigt. Näheres zu Allergikerdiäten und Ernährungstipps zur Unterstützung von Haut und Fell finden Sie auch unter:


















